TV-Tipp
Stralsund - Kein Weg zurück

Selbstjustiz, Fremdenhass und eine tote Supermarktkassiererin: Eine Bürgerwehr macht Hatz auf Ausländer.

Samstag, 20.06.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 20.06.2020, 05:02 Uhr
Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und Kommissar Karl Hidde (Alexander Held) sind schockiert, als sie den Tatort an der alten Werft erreichen.
Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und Kommissar Karl Hidde (Alexander Held) sind schockiert, als sie den Tatort an der alten Werft erreichen. Foto: Gordon Timpen

Berlin (dpa) - Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit sorgen in Deutschland seit Jahren für Unruhe und Leid. Und so bekommen es auch in Fernsehkrimis, die den Anspruch haben, unsere Wirklichkeit zu spiegeln, die Ermittler mehr und mehr mit entsprechenden Verbrechen zu tun.

Haben die ermittelnden Polizisten eine dunkle Hautfarbe, werden sie dabei zuweilen noch persönlich beleidigt. So erging es Ende April in der ARD-«Tatort»-Episode «National feminin» der Göttinger TV-Kommissarin Anais Schmitz, gespielt von der in Uganda geborenen Florence Kasumba (43). Im ZDF-«Stralsund»-Film «Kein Weg zurück» am Sonnabend um 20.15 Uhr im Zweiten ist es der Kollege mit kurdischen Wurzeln, Karim Uthman (Karim Günes, 34), der bei rassistischen Pöbeleien Haltung bewahrt.

Die vom erfahrenen Schweizer Krimi-Regisseur Florian Froschmayer («Tatort») nach dem Buch von Martin Eigler und Sven Poser eindrucksvoll diesig und spannend inszenierte Geschichte aus dem ansonsten so idyllischen Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns ist eine Wiederholung. Bereits im November 2017 machten sich Kriminalkommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und ihr bis auf Uthman und Karl Hidde (Alexander Held) abgespecktes Team auf die Suche nach dem Mörder einer Supermarktkassiererin.

Der Täter war nach Geschäftsschluss in den Sozialraum eingedrungen und anschließend mit den Tageseinnahmen von einigen Tausend Euro verschwunden. Während die Polizei bei den Befragungen der verstörten Zeugin Monika Lüders (Sylta Fee Wegmann) langsam aufdeckt, dass diese bei dem Überfall vergewaltigt wurde, melden sich Männer einer selbsternannten Nachbarschaftsstreife zu Wort. Sie wollen wissen, dass der Täter ein Ausländer war.

Bald darauf baumelt der Flüchtling Yussuf Obbadi (Yasin el Harrouk) entführt, gefoltert und getötet von der Decke eines Schuppens im Hafen von Stralsund. Versehen mit dem Plakat «Wenn ihr uns nicht schützt, dann schützen wir uns selbst».

Petersen, Interimsleiterin der Mordkommission, wird in dem Fall übrigens nicht allein von den entsetzlichen Verbrechen gestresst. Zu allem Übel taucht in der undurchsichtigen Caroline Seibert (Therese Hämer) auch noch eine Abgesandte des Polizeipräsidiums Rostock bei ihr auf. Sie bietet ihr den Chefposten auf Dauer an. Doch ist der Seibert zu trauen?

© dpa-infocom, dpa:200617-99-453559/3

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