TV-Tipp
Der Bozen-Krimi: Leichte Beute

War es ein Racheakt? Der Tod eines Richters beschäftigt die Südtiroler TV-Kommissare Sonja Schwarz und Matteo Zanchetti.

Donnerstag, 02.07.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 05:02 Uhr
Sonja (Chiara Schoras) und "Capo" Matteo (Tobias Oertel, l) verdächtigen Manuel Steinbrenner (Emanuel Fellmer).
Sonja (Chiara Schoras) und "Capo" Matteo (Tobias Oertel, l) verdächtigen Manuel Steinbrenner (Emanuel Fellmer). Foto: Hans-Joachim Pfeiffer

Berlin (dpa) - Auf den ersten Blick sieht es nach einem gewöhnlichen Raubmord aus. Der pensionierte Richter Josef Pircher überrascht einen Einbrecher in seinem Haus. Der Eindringling erschießt ihn. Ein Routinefall?

Die Kommissare Sonja Schwarz und Matteo Zanchetti (Chiara Schoras und Tobias Oertel) glauben nicht daran. Schließlich war der Jurist als «Richter Eisenhart» berüchtigt, und viele hatten noch eine Rechnung mit ihm offen. Das Erste wiederholt am Donnerstag um 20.15 Uhr «Leichte Beute» einen «Bozen-Krimi» aus dem Jahr 2019.

Die Episode dreht sich aber nicht allein um die Gewalttat. Auch im Privaten geht es turbulent zu - nicht nur bei den Ermittlern. Regisseur Thorsten Näter erzählt einen spannenden Fall, der die Zwänge der Familie und mit einer scheinbar ausweglosen Situation verbindet. Nicht ganz einfach ist es, immer den Überblick über die einzelnen Personen zu behalten. Doch Spannung mangelt es nicht.

Kommissarin Schwarz macht sich vor allem Sorgen um ihre Stieftochter. Laura (Charleen Deetz) hat sich ausgerechnet in den jungen Luca verliebt, dessen Familie Verbindungen zur Mafia hat. Beide wollen zusammen durch Italien reisen. Das eigentlich geplante Weinbau-Studium in Deutschland ist für die junge Frau jedenfalls erst einmal ganz weit weg.

Die ohnehin leidgeprüfte Kommissarin, die einst der Liebe wegen nach Norditalien gezogen war und ihren Mann dann bei einem Anschlag verloren hat, ist sich sicher: Die Mafia hat Luca auf Laura angesetzt und will so an Polizeiinformationen kommen. Der nicht immer einfachen Beziehung zu ihrer Stieftochter tut das Misstrauen logischerweise überhaupt nicht gut und entfernt die beiden zunächst immer weiter voneinander.

Auch ihrem Ermittlerkollegen Zanchetti bleibt nicht verborgen, dass die Kommissarin auf bestem Wege ist, Berufliches und Privates unangemessen zu vermischen. Er tritt dann auch auf die Bremse und sagt mit Blick auf die Untersuchungen zum toten Ex-Richter und die nicht aufgeklärte Einbruchserie etwas genervt: «Lass uns erstmal diesen Fall lösen, ja?»

Denn es geschieht ein zweites Verbrechen: Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma wird in den Bergen erschlagen, und seine Leiche über die Klippe geworfen. Was hat er mit der ganzen Sache zu tun? Fest steht: Er hatte finanzielle Probleme, und seine Schwester hat die dreiköpfige Diebesbande in ihrem heruntergekommenen Hotel aufgenommen.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-613994/2

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