Kino-Kritik - Archiv


Do., 27.04.2017

Kino-Kritik „Maikäfer, flieg!“: Kinderblick

Christl (Zita Gaier) blickt durch.

Eine durch den Krieg zusammengebrochene Welt, betrachtet durch Kinderaugen – das ist kein neues filmisches Konzept. „Lore“ etwa, in dem ein junges Mädchen durchs zerstörte Deutschland irrt, sorgte 2012 für Aufsehen.


Do., 27.04.2017

Ein Haus in der Bretagne „Die Schlösser aus Sand“: Tragikomische Liebe

Samuel (Yannick Renier) hilft seiner Ex-Freundin Eléonore (Emma de Caunes), das Haus zu verkaufen.

Trennungen und Wiedersehen nach langer Zeit bieten Filmemachern gute Möglichkeiten, den Schmerz der Erinnerungen und die Trauer über Verluste spürbar zu machen. Von Hans Gerhold


Do., 27.04.2017

Lärm und Dekonstruktion „Gimme Danger“: Jarmusch porträtiert Pop

Iggy Pop and the Stooges in Aktion

Jim Jarmusch dreht nicht nur tolle Spielfilme („Paterson“), er ist auch ein obsessiver Fan der Rockmusik. Zwanzig Jahre nach seinem Neil-Young-Konzertfilm „Year of the Horse“ legt er nun eine Doku über seinen Kumpel Iggy Pop vor – es ist eine Art Geburtstagsgeschenk, denn Pop feierte unlängst seinen Siebzigsten. Von Gian-Philip Andreas


Do., 27.04.2017

Kino-Kritik „40 Tage in der Wüste“: Drama

Jesus (Ewan McGregor) fastet und sinniert.

Die Idee, sowohl Jesus als auch seinen Versucher von einem Schauspieler verkörpern zu lassen, ist ein guter Einfall im biblischen Drama „40 Tage in der Wüste“. Ewan McGregor bewältigt die schwierige Doppelrolle großartig und zeigt mit nur geringen mimischen Veränderungen, wer gerade in dem ansonsten eher wortkargen Drama spricht.


Do., 27.04.2017

Im Innern des Planetenvaters „Guardians of the Galaxy 2“: Bewährt ironische Fortsetzung der schrägen Marvel-Weltraumoper

Yondu (Michael Rooker) muss sich im Laufe des Films mit Waschbär Rocket zusammenraufen.

Von den bisher 14 Comic-Verfilmungen, mit denen die Marvel Studios seit 2008 die Filmwelt erobern, war „Guardians of the Galaxy“ die erfrischendste: selbstironisch, chaotisch, schräg. Von Gian-Philip Andreas


Do., 27.04.2017

Punk im Kuckucksnest „Happy Burnout“: Therapie-Komödie

Psychiatrie-Patient Fussel (Wotan Wilke Möhring) hat ein Auge auf die gestörte Psychologin Alexandra (Anke Engelke) geworfen.

Frau Linde, die Dame vom Arbeitsamt (Victoria von Trautmannsdorff), mag er noch bezirzen, doch als die Behörde dem Alt-Punk Fussel (Wotan Wilke Möhring) auf die Schliche kommt, ist es vorbei mit der fröhlichen Kunst, sich charmant, schmarotzerhaft und mit lockeren Sprüchen durchs Leben zu schlagen. Von Hans Gerhold


Fr., 21.04.2017

Sport-Drama „Bleed for this“

Boxer Vinny (Miles Teller) vor dem Comeback

Dreizehn Monate nach dem Autounfall, der ihm das Genick brach, holte sich 1992 der Italo-Amerikaner Vincenzo „Vinny“ Pazienza, Boxweltmeister im Halbmittelgewicht, den Titel zurück.


Fr., 21.04.2017

Lachanfälle „Conni & Co 2“

Conni (Emma Schweiger) und ihre Freunde

Wen die pene­trant gute Laune und die Lachanfälle nerven, mit denen die „Conni“-Abenteuer auf ihr junges Publikum zielen, der kann sich freuen: Regisseur Til Schweiger gab bekannt, Tochter Emma werde danach die USA erobern. Na dann viel Glück! 


Fr., 21.04.2017

Derbe Asylklamotte „Alles unter Kontrolle“

Karzaoui (Medi Sadoun) flieht mit einem Heizkörper.

Regisseur Philippe de Chauveron macht sich gern ein Späßchen mit dem Zusammenprall der Kulturen. Damit wurde sein letzter Film „Monsieur Claude und seine Töchter“ zum Hit.  Von Gian-Philip Andreas


Fr., 21.04.2017

Das Mädchen mit den Schachfiguren „Queen of Katwe“

Phiona Mutesi (Madina Nalwanga) und ihre Mutter (Lupita Nyong’o)

Nach „Bauernopfer“ und „Das Talent des Genesis Potini“ ist „Queen of Katwe“ der dritte Schachfilm innerhalb eines Jahres. Von Hans Gerhold


Fr., 21.04.2017

Düstere Sci-Fi „Stille Reserve“

Vincent (Clemens Schick) ist aalglatt.

Stille Reserven: So werden in Valentin Hitz’ dystopischer Science Fiction die Toten bezeichnet, die in naher Zukunft als Datenspeicher, Gebärmaschinen oder Ersatzteillager weiterverwendet werden können. 


Fr., 21.04.2017

Integrationskomödie „Ein Dorf sieht schwarz“

Eine afrikanische Familie unter den Sch’tis: Landarzt Seyolo Zantoko (Marc Zinga) hat 1975 seine Frau und die Kinder aus dem Kongo nach Frankreich geholt.

Er feiert gerade mit Kommilitonen den erfolgreichen Abschluss seines Medizinstudiums in einer Kneipe in Lille, als dort der Bürgermeister von Marly-Gomont für seine abgelegene Gemeinde einen Freiwilligen als Landarzt sucht. Für Seyolo Zantoko (Marc Zinga) ist das in der französischen Integrationskomödie „Ein Dorf sieht schwarz“ die Chance.  Von Hans Gerhold


Fr., 21.04.2017

Burger für die Welt „The Founder“

Der Big Mac des Fastfood: Ray Kroc (Michael Keaton) sicherte sich von den Brüdern McDonald die Rechte.

Ray Kroc ist Handlungsreisender, 1954 zieht er durch Illinois und verkauft Milchshake-Mixer. Für ein bequemes Mittelklasseleben samt Country-Club-Mitgliedschaft reicht es. Doch in Ray Kroc rumort es: Der 52-Jährige will mehr als das.  Von Gian-Philip Andreas


Do., 13.04.2017

Don’t Blink – Robert Frank Gigant der Fotokunst

Der Fotograf Robert Frank veröffentlichte 1959 den berühmt gewordenen Bildband „The Americans“, zu dem kein Geringerer als Beatnik Jack Kerouac („On the Road“) das Vorwort schrieb. Franks Stil schwarz-weißer Landschafts- und Porträtaufnahmen ist heute noch einflussreich und durchaus nicht museal. Von Hans Gerhold


Do., 13.04.2017

Zu guter Letzt Kontrollierter Nachruf

Eigentlich erhofft sich Harriet Lauler (Shirley MacLaine, l.) einen veritablen Nachruf von Journalistin Anne (Amanda Sey­fried). Doch dann erwacht die Mentorin in der einstigen Werbeagentur-Chefin.

Filme über greise Grantler, die durch die Begegnung mit netten Menschen doch noch altersmilde werden, gibt es genug. Regisseur Mark Pellington („Arlington Road“) probiert jetzt zur Abwechslung mal die weibliche Variante aus, die seit „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ nicht allzu viele Updates erfuhr. Von Gian-Philip Andreas


Do., 13.04.2017

The Birth of a Nation Der gescheiterte Rebell

Nat Turner (Nate Parker, M.) führt den Aufstand an.

Während der Präsidentschaft von Barack Obama sind viele Filme entstanden, die sich mit historischem und aktuellem Rassismus befassen.  Von Hans Gerhold


Do., 13.04.2017

Gold Schürfen in Indonesien

Kenny Wells (Matthew McConaughey) trickst herum.

Der entfesselte Turbokapitalismus hat es Hollywood nach wie vor angetan. Nach „Wolf of Wall Street“, „The Big Short“ und „American Hustle“ folgt mit „Gold“ ein weiteres jener satirischen und wahren Finanzabenteuer mit moralisch fragwürdigen Antihelden, die Gordon Gekkos Gier-Gelübde aus „Wall Street“ verinnerlicht haben. Von Hans Gerhold


Do., 13.04.2017

Verleugnung Angriff der alternativen Fakten

US-Historikerin Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) kann den Irrsinn der Shoah-Leugnung nicht fassen.

Es war eines der ungeheuerlichsten Gerichtsverfahren der frühen Nuller-Jahre: Weil die US-Historikerin Deborah Lipstadt den Antisemiten und Holocaust-Leugner David Irving in einem Sachbuch genau dies nannte, nämlich einen „Antisemiten“ und „Holocaust-Leugner“, zeigte der Brite sie und ihren englischen Verlag (Penguin) wegen Verleumdung an.  Von Gian-Philip Andreas


Do., 13.04.2017

Abgang mit Stil Drei gegen die Bank

Michael Caine als Joe (l.) und Morgan Freeman als Willie üben für einen Überfall.

Drei rüstige Rentner vom unteren Ende des sozialen Spektrums (verlässlich amüsant: Morgan Freeman, Michael Caine und Alan Arkin) werden von ihrem Ex-Arbeitgeber um die Rente geprellt und haben bald genug von ihrer Sozialamts-Tristesse: Sie wollen eine Bank ausrauben. Leider haben sie keine Ahnung, wie das geht. Von Gian-Philip Andreas


Do., 13.04.2017

Fast & Furious 8 Es regnet Autos in New York

Warum schauen sie bloß so grimmig? Cyberterroristin Cipher (Charlize Theron) hat Dom Toretto (Vin Diesel) mit einer gemeinen Erpressung in der Hand.

Es ist nicht der erotische Reiz der Cyberterroristin Cipher (ideal besetzt: Charlize Theron), dem Vollgasritter Dom Toretto (Vin Diesel) verfällt, wenn er für sie eine Massenvernichtungswaffe und einen Atomkoffer stiehlt.  Von Hans Gerhold


Fr., 07.04.2017

„Free Fire“ Ballernde Gangster

Chris (Cillian Murphy) hat noch Kugeln.

Simple Idee, präzise durchgezogen: Ein Waffendeal steht an, man trifft sich in einer Lagerhalle in Boston. Die einen haben das Geld, die anderen die Waffen. Von Gian-Philip Andreas


Fr., 07.04.2017

„Die Hütte“ Kitschige Predigt

Mack (Sam Worthington) backt mit Gott (Octavia Spencer) persönlich.

Nach dem Tod seiner im Wald verschwundenen Tochter Missy, die offenbar ermordet wurde, hat Mack (Sam Worthington) den Glauben verloren. Eines Tages erhält er im Seelendrama „Die Hütte“, dessen deutscher Untertitel „Ein Wochenende mit Gott“ alles verrät, einen mit „Papa“ unterschriebenen Brief. Von Hans Gerhold


Fr., 07.04.2017

„Nichts zu verschenken“ Vivaldi in zwölf Minuten

François (Dany Boon) trifft auf seine Teenie-Tochter Laura (Noémie Schmidt).

Wuselige Komödie mit Sparfuchs: Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ schafft er in zwölf Minuten. Das ist die mit Abstand beste Szene mit Orchestermusiker und Geigenlehrer François Gautier (Dany Boon, „Willkommen bei den Sch’tis“), der als Geizhals wie aus dem Bilderbuch nicht nur an musikalischen Genüssen spart. Von Hans Gerhold


Fr., 07.04.2017

„Tiger Girl“ Faustrecht der Freiheit

Tiger Girl (Ella Rumpf) kann zuschlagen.

Kino mit Durchschlagskraft: Maggie (Maria Dragus, „Das weiße Band“) fällt durch die Prüfung ihrer Polizeischule, sie ist einfach viel zu nett. Tiger Girl (toll: Ella Rumpf) lebt als Punk-Mädel in einem Bauwagen und wird bald zu Maggies Mentorin in Sachen Selbstermächtigung. Und das heißt hier: Immer feste druff! Von Gian-Philip Andreas


Fr., 07.04.2017

„Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf“ In der Luft schwebt ein Fluss

Im Fanggriff der Osterblume: (v. l.) Schlaubi, Hefty, Schlumpfine und Clumsy verirren sich im geheimnisvollen Wald zwischen üppiger Flora.

Im Gegensatz zu Disney, der neuere Produktionen wie „Cinderella“ und „Die Schöne und das Biest“ als Mischung aus Realfilm und animierten Sequenzen anbietet, geht Sony mit den Schlümpfen den umgekehrten Weg. Herausgekommen ist ein rasantes und witziges Animationsabenteuer mit den blauen Kobolden. Von Hans Gerhold


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