Schamhaft-Schlüpfriges von Schweighöfer
"Vaterfreuden": Felix und das Frettchen

Das Schlimme an Matthias Schweighöfer ist ja, dass man ihm sehr schlecht böse sein kann. Der 33-Jährige, der sich über die Jahre zum Lieblings-Kinoblondschopf der Deutschen hinaufgekaspert hat, will niemandem etwas Gemeines, er zahlt rechtzeitig seine Fördergelder zurück und liefert turnusgemäß das ab, was er von Freund und Förderer Til Schweiger gelernt hat: seichte, publikumswirksame Unterhaltung.

Freitag, 07.02.2014, 01:02 Uhr

Felix (Mattias Schweighöfer), der sonst stets fröhliche Arbeitslose, hat mit diesem frechen Frettchen noch eine Rechnung offen.
Felix (Mattias Schweighöfer), der sonst stets fröhliche Arbeitslose, hat mit diesem frechen Frettchen noch eine Rechnung offen. Foto: dpa

Wie Schweiger inszeniert er sich selbst als Lustobjekt, dazu gibt es zahme Sexwitzchen und betont ironischen Slapstick. Genau deshalb aber muss man Schweighöfer trotzdem böse sein. Denn seine vielversprechenden Anfänge als Charakterdarsteller (in Dominik Grafs „Die Freunde der Freunde“ etwa, oder im Liebesdrama „Kammerflimmern“) hat er hemmungslos routiniertem Klamauk geopfert. Ob in „Zweiohrküken“ und „Rubbeldiekatz“ oder in seinen eigenen Regiearbeiten „What a Man“ und „Schlussmacher“: Stets variiert er den Typus des verpeilten, aber eigentlich grundsympathischen Schussels, der am Ende, logo, das Mädchen kriegt. Es ist jedes Mal dasselbe. Wer braucht trotzdem noch Nachschlag?

Den gibt es in „ Vaterfreuden “. Schweighöfer spielt den fröhlichen Arbeitslosen Felix, dem eines Tages, mit beherztem Biss, ein Frettchen die Zeugungsfähigkeit raubt. Und zwar beim Sex mit einer seiner offenbar zahllosen Gespielinnen. Übermannt von der Panik, der Welt womöglich keinen Nachwuchs hinterlassen zu können, steigt er alsbald einer jungen TV-Reporterin hinterher (Isabell „Böse Mädchen“ Polak) – die wurde nämlich angeblich durch just jene Samenspende schwanger, die Felix kurz vor der Nagetier-Attacke noch abgegeben hatte.

Läuft wo?

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Mit recht verklemmten Zoten und sehr nonchalant im Umgang mit fremder Leute Ideen (das bissige Frettchen etwa ist aus der Ben-Stiller-Komödie „Und dann kam Polly“ bekannt) stolpert „Vaterfreuden“ seinem erwartbar romantischen Finale entgegen. Friedrich Mücke („Add a Friend“) als Felix‘ Bruder sowie Detlev Buck und Milan Peschel in kauzigen Gastauftritten sorgen kurzfristig für bessere Laune, doch letztlich ist „Vaterfreuden“ glattgelutschtes Wellnesskino für Zuschauer, denen das Ewiggleiche schon gut genug ist.  

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