„SMS für Dich . . .“
Dampferfahrt mit Mirabellen

Endlich. Ein Lichtblick. Noch dazu eine deutsche Komödie, in der Schweiger (ächz!), Schweighöfer (Doppel-ächz!), Fitz (gähn!) und Elyas M’Barek (stöhn!) nicht auftauchen. Stattdessen eine bei kleineren Schwächen gelungene Großstadtromanze.

Freitag, 16.09.2016, 14:09 Uhr

Neulich in Berlin: Clara (Karoline Herfurth) bietet während der nächtlichen Dampferfahrt dem ihr noch unbekannten Mark (Friedrich Mücke) Mirabellen an.
Neulich in Berlin: Clara (Karoline Herfurth) bietet während der nächtlichen Dampferfahrt dem ihr noch unbekannten Mark (Friedrich Mücke) Mirabellen an. Foto: dpa

Ein wenig an US-Produktionen wie „E-Mail für Dich“ und dem Motiv der Königskinder (für Märchenferne: kommen einfach nicht zusammen) orientiert, inszeniert Hauptdarstellerin Karoline Herfurth in „SMS für Dich . . .“ eine anfangs mäandernd spröde, dann überzeugende Liebesgeschichte. Als der Freund von Kinderbuchillustratorin Clara (Herfurth) vor ihren Augen überfahren wird, bricht ihre Welt zusammen, bringt sie nur noch traurige Storys über „Raupe Rieke“ zustande.

Zwei Jahre später landet ihre wehmütige SMS auf dem inzwischen neu vergebenen Handyanschluss des toten Freundes bei Sportjournalist Mark ( Friedrich Mücke ), der die Fremde mit den poetischen Zeilen überall sucht und sie zur Halbzeit in der Oper („Orpheus und Eurydike “) findet.

Der Rest aus zögerlichem Kennenlernen, Zutrauen, Liebe und Missverständnissen bis zur Versöhnung ist Standard, von vier Drehbuchautoren hübsch arrangiert samt netten Einfällen wie der Dampferfahrt in Berlin, wo Clara ihrem Mark Mirabellen (Herfurths Frucht in „Das Parfüm“) reicht.

Inszenatorisch liegt Herfurth mit Timing und Verzicht auf vulgären Dialogen richtig. Bei der Schauspielführung ist sie selbstverliebt und hätte Nora Tschirner (als Freundin) mehr Platz einräumen sollen, speziell in der Tanzszene. Dafür überzeugen Mücke als sanfter Lover, Frederick Lau als Kumpel und Friederike Kempter als Ex. Die besten Szenen hat Katja Riemann als Schlagersängerin, die Helene Fischer, sich selbst und die Esoterik-Welle grandios parodiert. Sehr sympathisch.  

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