A Cure for Wellness
Außergewöhnlich gesundes Wasser

Den Raubtierkapitalisten reißt es nieder – Herzattacke! Während die Börsenkurse auf den Monitoren weitertickern, sinkt ein Investmentbanker tot zu Boden. Kein Problem, denn sein Nachfolger steht schon bereit.

Donnerstag, 23.02.2017, 17:02 Uhr

Heilsame Aussichten: Kleine Patienten vor der großen Kulisse des abgründigen „Zauberberg“-Sanatoriums.
Heilsame Aussichten: Kleine Patienten vor der großen Kulisse des abgründigen „Zauberberg“-Sanatoriums. Foto: dpa

 Als ersten Auftrag soll der ehrgeizige Broker Lockhart (Dane DeHaan aus „Chronicle“) den CEO des Finanzunternehmens aus den Schweizer Bergen zurückholen: Der Boss hat sich in ein nobles Sanatorium zurückgezogen, aus dem er nun nicht mehr zurückkehren möchte.

Nach einem mysteriösen Unfall landet Lockhart bald selbst in dem auf einem Berg gelegenen Wellness-Institut – mit eingegipstem Bein. Der smarte Dr. Volmer ( Jason Isaacs , „Peter Pan“) regiert das schlossartige Refugium als selbst ernannter Heilsbringer und macht die Patienten mit einem Wunderwasser gefügig. Aus freien Stücken verlassen diese das Schloss nie mehr: „Warum sollten wir auch?“

„A Cure for Wellness“ ist ein paradoxer Titel, er verspricht ein Heilmittel gegen das Wohlbefinden. Der Film dagegen, gedreht vom auf makabre Scherze geeichten „Fluch der Karibik “-Regisseur Gore Verbinski , ist ein Gruselmärchen alter Schule, in dem das Wie der Inszenierung interessanter ist als das Was der Story, die um eine alte Legende kreist, in der ein inzestuöser Graf nach Unsterblichkeit dürstet.

Während der Plot nach deutlich zu ausufernden zweieinhalb Stunden in ein trashiges Finale mündet, liegt der Reiz des Films in der dunkelromantischen Abgründigkeit, mit der Verbinski diesen finsteren „Zauberberg“ erkundet. Den Thomas-Mann-Roman liest hier das Pflegepersonal.

Gedreht wurde die deutsch-amerikanische Produktion – unter anderem – auf der Burg Hohenzollern und in den pittoresk vor sich hinmodernden ehemaligen Heilstätten Beelitz : Die Kamerafahrten durch die beige-blau gekachelten Institutsgänge, die klaustrophobische Abgeschiedenheit in den Bergen, die detailverliebt beängstigende Ausstattung mit Wassertanks und Schwitzmaschinen sowie die schrägen Nebendarsteller (etwa Mia Goth als rätselhaftes Mädchen Hannah) erinnern an Kubricks „Shining“ und an Wes Andersons Fantasiemärchen. Auch David Lynch linst um die Ecke. Schade daher, dass der Film rasant an Reiz einbüßt, sobald die Handlung ihre Rätsel preiszugeben beginnt.

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