Baywatch
Nix mit Badenixen

Das Tamtam hat nichts genutzt. Die Kinoversion der kultigen TV-Serie „Baywatch“ (mit Unterbrechungen von 1989-2001) mit David Hasselhoff („I’ve Been Lookin‘ for Freedom“) ist in den USA an der Kasse baden gegangen. Kein Wunder. 

Freitag, 02.06.2017, 09:06 Uhr

Die Nächste bitte! Gerade hat Lifeguard-Recke Mitch (Dwayne Johnson) vor der Küste diese Schöne aus dem Flammenmeer einer brennenden Jacht gerettet.
Die Nächste bitte! Gerade hat Lifeguard-Recke Mitch (Dwayne Johnson) vor der Küste diese Schöne aus dem Flammenmeer einer brennenden Jacht gerettet. Foto: dpa

Ein so müdes, fades und laues Reboot verdient nichts anderes. „Baywatch“ ist pubertär bis zur Schmerzgrenze mit Witzen unter der Gürtellinie und miesen CGI-Effekten – und ist schon gar nicht sexy.

Selbst wenn man den Ironiefaktor, die gezielten Veralberungen, Seitenhiebe auf die Serie und bemühte Parodie-Versuche mitzählt, gilt das übliche Diktum „Es ist alles nicht so ernst gemeint“ nicht. Die „unterhaltsame aber weit her geholte Geschichte“ (Zitat) ist schlicht schlecht und lädt im langen Mittelteil zum Dösen in der Sonne am Strand ein.

Der alte Lifeguard-Hase Mitch ( Dwayne Johnson ) muss mit Drogenschmugglern, einer indischen Clubbesitzerin (Priyanka Chopra) mit Breitwandlippen, mit Schmalspurkillern und dem renitenten Neuling Matt (Zac Efron) fertig werden, bis die Gegend sauber ist, der Teamgeist sich einstellt und alle „Family“ geworden sind.

Dann können „The Hoff“ und Pamela Anderson im Finale endlich den Gastauftritt absolvieren. Apropos Pam. Die Zurschaustellung von weiblichen und männlichen Körpern, die den Reiz der Serie ausmachte, wenn wogende Busen und Hintern in Zeitlupe das Auge bedienten und locker über die läppische Kriminalhandlung hinwegführten, ist hier umgekehrt worden. Prozentual gesehen regieren 80 Prozent Männerkörper mit Bizeps und Sixpacks über 20 Prozent Frauen mit unterbesetzten Dekolletés.

Das zeigt einerseits den Fitnesswahn einer Gesellschaft, die perfekte Blondinen wie Klone produziert. Diese Gleichschaltung der Körper führt andererseits zur Enterotisierung, weil die globale Schönheitswelle keine Unterschiede mehr schafft, keinen Sex-Appeal besitzt. Pamela Anderson, Carmen Electra, Erika Eleniak, die Vorgängerinnen von Kelly Rohrbach, Alexandra Daddario und Co. hatten die Attraktivität, die die Neuen vermissen lassen.

Nix mehr mit Badenixen.  

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