Spinne gegen Geier
„Spider-Man: Homecoming“: Der Neustart des Comic-Superhelden überzeugt mit Witz und Leichtigkeit

Nach langem Hin und Her haben sie sich endlich geeinigt: Rechteinhaber Sony gestattete Disney, die beliebte Superheldenfigur Spider-Man in das seit neun Jahren krakenartig wachsende, inhaltlich zusammenhängende Film-Universum „Marvel Cinematic Universe“ (MCU) einzufügen. 

Freitag, 14.07.2017, 11:07 Uhr

Spidey (Tom Holland) treibt es schon früh auf die Spitze.
Spidey (Tom Holland) treibt es schon früh auf die Spitze. Foto: Sony

Was auch bedeutet: Nach 2002 (mit Tobey Maguire) und 2012 (mit Andrew Garfield) wird die Spinnenmann-Reihe nun bereits zum dritten Mal in diesem Jahrtausend auf Null gesetzt.

Die gute Nachricht ist, dass das Vorhaben aufgeht. Der junge Brite Tom Holland („The Impossible“) ist ein vortrefflicher Spidey, was daran liegt, dass die gleich sechs Autoren des Films konsequent darauf achten, ihn als den unsicheren 15-jährigen Highschool-Außenseiter zu zeichnen, der Peter Parker im „wahren“ Leben nun einmal ist – aber jederzeit die enthusiastische Begeisterung durchscheinen lassen, die der Teenie an seiner frisch entdeckten superheldischen Fähigkeit hat.

Eine sogenannte „Origin Story“, die die Spinnenmannwerdung minuziös nachvollzieht, muss Newcomer-Regisseur Jon Watts in diesem bereits 16. Film des MCU dabei nicht mehr erzählen. Er knüpft stattdessen direkt an die Geschehnisse des letztjährigen „The First Avenger: Civil War“ an, in dem der neue Peter Parker eingeführt wurde. Tony Stark alias Iron Man ( Robert Downey Jr. ), nimmt Peter als Mentor unter seine Fittiche, lädt ihn in New York bei seiner Tante ab und ermahnt ihn, erst einmal kleine Brötchen zu backen. Das tut Peter an der Highschool, wo die üblichen Teeniefilm-Dramen zwischen erster Liebe, bestem Kumpel und Konkurrenten auf ihn warten.

Bald jedoch stolpert Peter über einen echten Superschurken: Der von Iron Man ausgebootete Entsorgungszampano Toomes (gekonnt fies: Michael „Birdman“ Keaton) schwingt sich zum geierwütenden „Vulture“ auf, der, vom System enttäuscht, die Welt vernichten will. Peter zieht den roten Anzug an, dann kollabieren schon die Denkmäler und bersten die Schiffe.

„Spider-Man: Homecoming“ erfindet den Marvel-Comicfilm nicht neu, mausert sich aber mit juvenilem Charme, unverkrampfter Selbstironie, handfester Action und einiger Dringlichkeit rasch zum besten Spidey-Film seit Sam Raimis „Spider-Man 2“. Und das will schon was heißen. Sehenswert.  

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