Die lange Reise eines Manuskripts
„Die Geschichte der Liebe“: Kitschig

Wenn ein Film den Titel „Die Geschichte der Liebe“ führt, weckt er einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, den er nur in seltenen Fällen erfüllt. Gerade Liebesromanzen, die auf mehreren Zeitebenen spielen, verfallen oft Vereinfachungen. Es gibt gelungene Beispiele wie etwa Nicholas Sparks’ „Wie ein einziger Tag“ (mit RachelMcAdams und Ryan Gosling), doch die Verfilmung des Bestsellers (2002) von Nicole Krauss ist nur eine überlange (135 Minuten) Schmonzette.

Freitag, 21.07.2017, 10:07 Uhr

Das muss Liebe sein: Léo (Mark Rendall) und Alma (Gemma Arterton) im Heu.
Das muss Liebe sein: Léo (Mark Rendall) und Alma (Gemma Arterton) im Heu. Foto: Prokino

Zu Beginn der 30er Jahre kann sich Alma ( Gemma Arterton , gerade in „Ihre beste Stunde“ in einer besseren Rolle zu sehen) in ihrem polnischen Schtetl vor Verehrern nicht retten und soll, wie einst Paris mit dem Apfel in der griechischen Mythologie, aus drei Männern den wählen, den sie wirklich liebt.

Sie entscheidet sich für den introvertierten Léo ( Mark Rendall ), der für Alma das titelgebende Buch über „die meist geliebte Frau der Welt“ schreibt. Nazis, Weltkrieg, Flucht und Vertreibung trennen die Liebenden.

Auf der zweiten Zeitebene im New York von heute findet die 15-jährige Alma (Sophie Nélisse) Léos Manuskript und stößt auf den unverheiratet gebliebenen Léo (Derek Jacobi, der seltsam unkonzentriert den älteren Autor spielt). Sie findet die Herkunft des auf seiner langen Reise in die Hände ihrer Mutter Charlotte gelangten Manuskripts heraus und den Grund, warum sie von ihr Alma genannt wurde.

Regisseur Radu Mihaileanu („Das Konzert“) kleistert die meisten Szenen mit Weichzeichnern und klebriger Streichersymphonik zu und weidet sich in romantischen Klischees vom Blümchenkleid bis zur Heuhaufenerotik. Der Zusammenhang von Liebe, Leben und Literatur geht verloren.

Kein Vergleich zu „Doktor Schiwago“, dem eine Überzeitlichkeit gelang, die hier nur behauptet ist. 

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