Kino-Kritik
„Dark Blood“: Gespenstisch

Dieser Film ist kein Meisterwerk, er ist ein hochinteressantes Relikt: Mitten in den Dreharbeiten zu „Dark Blood“ im Oktober 1993 starb Hauptdarsteller River Phoenix. 

Freitag, 21.07.2017, 10:07 Uhr

Boy (River Phoenix, r.) gabelt ein Ehepaar aus Hollywood (Jonathan Pryce, Judy Davis) in der Wüste auf.
Boy (River Phoenix, r.) gabelt ein Ehepaar aus Hollywood (Jonathan Pryce, Judy Davis) in der Wüste auf. Foto: Missing Films

Der damals gerade 23-Jährige galt als vielseitigster Schauspieler seiner Generation: Um ihn herum war der Film geplant worden. Regisseur George Sluizer („Spurlos verschwunden“) brach den Dreh ab, der Film blieb unveröffentlicht.

Erst 2012, zwei Jahre vor seinem Tod, stellte der damals 80-Jährige das Werk doch noch fertig – weitere fünf Jahre später kommt der spirituell grundierte Mix aus Neo-Western und Psychothriller nun bei uns ins Kino. Phoenix spielt einen jungen Mann mit indianischen Wurzeln, der in einer namenlosen US-Wüste dem durch Atomtests verursachten Strahlentod seiner Frau hinterhertrauert.

Als ein kriselndes Ehepaar aus Hollywood (Judy Davis aus „Barton Fink“ und Jonathan Pryce aus „Brazil“) bei ihm strandet und sich „Boy“ – so nennt er sich – in die Frau verliebt, kommt es zur Katastrophe. Die nicht gedrehten Szenen liest Regisseur Sluizer aus dem Off ein, während das Bild einfriert: Den Film macht das noch gespenstischer als sowieso schon. 

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