Kino-Kritik
Halaleluja: Ein Schlachthof als Geschenk

Die grüne Insel Irland ist spätestens seit John Fords „Der Sieger“ (mit John Wayne) ein toller Schauplatz für Gesellschaftskomödien und Romanzen gleichermaßen geworden. Hier zähmte Wayne die widerspenstige Maureen O’Hara, Gerard Butler näherte sich ebendort der Kummertante Hilary Swank ungewohnt sensibel an („P.S. I Love You“), und die linkische Anwältin Julianne verfiel in Irland dem smarten Kollegen Pierce Brosnan in „Laws of Attraction“.

Donnerstag, 28.06.2018, 16:36 Uhr

Geschäftstüchtig wie immer: Vater Logan (Colm Meaney, r.) erklärt dem Schwiegersohn in spe (Nikesh Patel), wie man einen Laden führt.
Geschäftstüchtig wie immer: Vater Logan (Colm Meaney, r.) erklärt dem Schwiegersohn in spe (Nikesh Patel), wie man einen Laden führt. Foto: Kochmedia

Mit „Halaleluja – Iren sind menschlich!“ hält die Multikulti-Komödie Einzug. Hatte schon Cop Brendan Gleeson in „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“ seine Mühe mit dem schwarzen amerikanischen Kollegen Don Cheadle, so geht es hier gleich einer ganzen Gemeinde ans Eingemachte. Was wörtlich zu nehmen ist.

Der pakistanische Vater (Art Malik ) des jungen Ragdan (Nikesh Patel), der beim Reißaus im irischen Küsten- und Provinzkaff Sligo gelandet ist, überreicht dem Filius ein absolut absurdes Geburtstagsgeschenk – einen Schlachthof. Der Blutort soll in einen Halal-Betrieb umgewandelt werden, was bedeutet, dass es hier von nun an kein Schweinefleisch mehr gibt und Rinder nicht mehr geschlachtet werden. Und wenn, dann nur dem Brauch „halal“ gemäß auf arabische Art.

Das soll die Dorfbewohner zu besseren Menschen machen. Doch die Sligoer glauben nicht an orientalische Versprechungen. Es gibt Zoff. Was am Ende dann wirklich aus der Fabrik heraus kommt, sei des Spaßes halber nicht verraten.

Mittendrin läuft die durch das Chaos gefährdete Romanze zwischen Ragdan und der hübschen Maeve (Sarah Bolger, „Die Tudors“) ab. Eigentliches Zentrum des Geschehens zwischen Fleisch aus der Pfanne und Mullahs in der Halle aber ist der rothaarige irische Charakterkopf Colm Meaney (die „Barrytown“-Trilogie, „Layer Cake“), der als Sarahs geschäftstüchtiger Vater betrunken vor dem Gatter kniet und aus Rache am betrügerischen Schlachthofbesitzer die Kühe frei lässt. Insgesamt ein witziger Kampf der Kulturen  ohne Rassismus, aber mit Ironie.

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