Kino-Kritik
„Nico, 1988“: Intensives Biopic

Ende der 80er Jahre hat die aus Köln stammende Christa Päffgen, genannt „Nico“, ihre Vergangenheit als Supermodel der 60er Jahre, Muse von Andy Warhol („The Factory Girl“) und Sängerin auf dem Debütalbum von Velvet Underground, längst hinter sich gelassen. 

Freitag, 13.07.2018, 12:38 Uhr

Immer diese Skepsis: Nico (Trine Dyrholm) berät sich mit dem Tourmanager.
Immer diese Skepsis: Nico (Trine Dyrholm) berät sich mit dem Tourmanager. Foto: Film Kino Text

Sie tourt durch Osteuropa, gibt Interviews, die sie hasst, weil jeder nur etwas von ihren Jahren in den 60ern wissen will, und versucht, mit dem in der Psychiatrie sitzenden Sohn (Sandor Funtek), den sie mit Alain Delon hatte (der ihn nie anerkannte), zurechtzukommen.

In fast experimentellem Stil erzählt Regisseurin Susanna Nicchiarelli in „Nico, 1988“ von den letzten Jahren Nicos, die von Trine Dyrholm (zuletzt Silberner Bär für „Die Kommune“) in ihrer ganzen Selbstzerstörungssucht, Depressivität, Düsterkeit am Keyboard und ständig schlechter Laune herausragend gespielt wird. Die fantastische Dänin, Spezialistin für komplexe Charaktere, macht mit dunkler Walleperücke das Biopic zu einem intensiven Ereignis und Konzertfilm. Sie singt – und wie virtuos – selbst. Sehens- und hörenswert.

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