Holmes & Watson
Die Königin und ihre Tollpatsche

Das hat der Meisterdetektiv wirklich nicht verdient. In der Komödie „Holmes & Watson“, die wie eine beliebige Sketch-Parade wirkt, deren Witze unlustig sind, sind Meisterdenker Sherlock (Will Ferrell) und sein treuer Assistent Dr. Watson (John C. Reilly) die größten Fans von Königin Victoria (Pam Ferris). 

Donnerstag, 07.02.2019, 15:24 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 15:37 Uhr
Watson (John C. Reilly, r.) vergöttert den Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Will Ferrell).
Watson (John C. Reilly, r.) vergöttert den Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Will Ferrell). Foto: dpa/Sony Pictures

Diese lernen sie im Buckingham Palace kennen, als dort ein Mord geschieht. Was folgt, könnte man auch als „Die Königin und ihre Tollpatsche“ bezeichnen.

Das ist insofern schade, als der Mythos Holmes Besseres verdient. Immerhin entstanden in den letzten Jahren die geniale TV-Serie „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch als immer noch bestes Holmes-Produkt. Guy Ritchies Kino-Versionen mit Robert Downey Jr. und Jude Law bedienten die Action-Fraktion, die TV-Serie „Elementary“ setzte auf Geschlechtergleichheit mit Lucy Liu, und nicht zuletzt stöberte „Sherlock Gnomes“ als Animationsfigur in Krimigärten.

Das hätten Will Ferrell und John C. Reilly, die in „Die Stiefbrüder“ zusammen spielten, vielleicht bedenken sollen, weil sie hier nur unerbittlich die eigenen Stiefel abliefern und nicht an ihre Rollen denken. Selten mal hat man schon nach fünf Minuten Grimassenschneiderei die Nase voll. Die Verkleidungseskapaden verpuffen, jeder Gag wird gnadenlos platt gewalzt, und auch die Dialoge zünden nicht. Gelungenes muss man mit der Lupe suchen.

Das ist doppelt schade, denn für die zwar Gag-reiche aber wirre Geschichte um ein Attentat auf die Queen hat man illustre Darsteller versammelt: Ralph Fiennes („M“) als Moriarty, Hugh Laurie („Dr. House“) als Sherlocks Bruder Mycroft und Rebecca Hall („Vicky Christina Barcelona“) als Gerichtsmedizinerin Grace Hart, in die sich der Schnüffler verliebt. Sie bleiben Stichwortgeber oder haben wie Fiennes nur einen Kurzauftritt.

Das ist zum Schluss fatal, weil Sherlock und Watson als Witzfiguren nicht funktionieren, allenfalls als tragikomische Helden wie in „Kein Koks für Sherlock Holmes“ mit Nicol Williamson. Ach, und das Attentat auf Queen Victoria haben Jackie Chan und Owen Wilson in „Shanghai Knights“ lustiger, temporeicher und origineller verhindert.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6376010?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819671%2F
Familie kämpft gegen Schimmel in gemietetem Haus
Klaus Baveld von „Menschen in Not“ begutachtet den Schaden.
Nachrichten-Ticker