The Lego Movie 2
Angst vor der Kiste des Vergessens

So ist das heute: Renommierte Autorenfilmer flüchten zu Netflix, die Filmkunst findet in Nischen statt oder auf Events wie der Berlinale, wo selbst die sperrigste mongolische Experimentaltragödie vor ausverkauftem Saal spielt. Hollywood verfilmt derweil Spielzeug.

Donnerstag, 07.02.2019, 15:24 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 16:13 Uhr
Emmet (l.) und Rex Dangervest (r.) begegnen in Steinstadt vielen Bösewichten.
Emmet (l.) und Rex Dangervest (r.) begegnen in Steinstadt vielen Bösewichten. Foto: dpa

Neben den „Transformers“ ist Lego dabei das beste Beispiel für die Re-Infantilisierung des Lichtspielwesens. Um die dänischen Kunststoffklötzchen ist ein eigenes Film-Franchise entstanden, das sowohl den Nachwuchs, als auch dessen Väter mit cleverem Augenzwinkern an die Marke binden will. Nach dem ersten „Lego Movie“ (2014), das man inzwischen einen Klassiker des Animationsfilms nennen darf, kamen bereits Batman- und Ninjago-Ableger heraus, handgefertigt für entsprechend spezialinteressierte Fans.

Nun kommt das offizielle Sequel zum ersten Film, das nicht mehr von den kultigen Originalregisseuren Lord/Miller inszeniert wurde, aber zum Glück auf deren Drehbuch basiert: Ein Selbstironie-Dauerfeuer aus Insider-Gags und schrägen Gastauftritten ist also wieder garantiert. Inhaltlich geht’s dort weiter, wo es damals aufhörte: Aliens aus Duplos (nicht die längsten Pralinen der Welt, sondern Lego-Klötzchen für Kleinkinder) bedrohen die heile Welt der Bauarbeiterfigürchen um den ewig optimistischen Helden Emmet. Steinstadt ist zu „Apokalypstadt“ geworden.

Die Filme der Woche (ab dem 7. Februar)

1/5
  • The Lego Movie 2: Animationsfilm mit den Stimmen von Oliver Kalkofe und Maya Rudolph (108 Minuten).

    Bewertung: 3 von 5 Sternen

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    Foto: Eric Charbonneau/Warner Bros./dpa
  • Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt: Animationsfilm mit den Stimmen von Daniel Axt und Emilia Schüle (104 Minuten).

    Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Foto: -/Universal Pictures /dpa
  • Holmes & Watson: Komödie mit Will Ferrell und John C. Reilly (90 Minuten).

    Bewertung: 2 von 5 Sternen

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    Foto: dpa/Sony Pictures
  • Have A Nice Day: Animationsfilm von Liu Jian (77 Minuten).

    Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Foto: Grandfilm
  • Frühes Versprechen: Drama mit Charlotte Gainsbourg und Pierre Niney (131 Minuten).

    Bewertung: 3 von 5 Sternen

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    Foto: Julien Panié

Wie Emmets Liebste Lucy dann ins Matriarchat einer brünftigen Königin entführt und dort mit poppigen Musicalsongs gequält wird (auf der Flucht durch einen Schacht begegnet sie Bruce Willis im Die-Hard-Unterhemd), wie Batman mit der Königin zwangsverheiratet werden soll und Emmet einer schlimmen Bedrohung auf die Spur kommt, das wird wieder als metaphorisch den Kinderalltag spiegelnde Abenteuergeschichte in Szene gesetzt: Die Legohelden sind den Launen eines Jungen, seiner kleinen Schwester und ihrer Mutter ausgesetzt, die den ganzen Klötze-Krempel in die Kiste des Vergessens schmeißen will.

Kommerz hin, Werbevehikel her: Auch das neue „Lego Movie“ macht Spaß und erfreut (im Original) mit zig prominenten Sprechern von Chris Pratt über Channing Tatum bis Ralph Fiennes. So originell wie 2014 ist das Ganze naturgemäß nicht mehr, aber 100 rasante Minuten springen allemal dabei heraus.  

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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