Kino-Kritik: „Atlas“
Bock brütet

Zunächst das Lob auf Rainer Bock: Der 64-Jährige war zunächst Cafébesitzer in Kiel, spielte lange Theater. Erst 2009, als er nacheinander in Michael Hanekes „Das weiße Band“ und Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ zu sehen war, ging seine Filmkarriere so richtig los. Inzwischen zählt er zu den auch international gefragtesten TV- und Kinoschauspielern Deutschlands.

Donnerstag, 25.04.2019, 18:22 Uhr
Rainer Bock als Walter
Rainer Bock als Walter Foto: dpa

Bürokraten sind seine Spezialität, Nazi- und Stasi-Funktionäre spielt er so schön schmallippig wie kaum ein Zweiter. Zuletzt war er in den US-Produktionen „Wonder Woman“ und „Better Call Saul“ zu sehen – in wichtigen Nebenrollen.

Nun ist er endlich mal in einer Hauptrolle zu sehen: Brütend, gewichtig, melancholiesatt spielt er in „Atlas“ den in die Jahre gekommenen Möbelpacker Walter, der in einem renitenten Mieter (Albrecht Schuch, „Bad Banks“), der sich einer Zwangsräumung widersetzt, seinen einst von ihm im Stich gelassenen Sohn erkennt. Die Themen Gentrifizierung, Mietenwahnsinn und Clan-Kriminalität, um die es hier geht, reißt Regisseur David Nawrath in seinem stilbewussten und gekonnt dunkelatmosphärigen Spielfilmdebüt sicher etwas unterkomplex an; wie Bock aber ganz langsam durchscheinen lässt, was mit Walter los ist, und dann plötzlich zur Tat schreitet, das entfaltet eine beachtliche Wucht.

Die Filmstarts der Woche (ab dem 25. April)

1/6
  • Avengers 4:Endgame: Action/Fantasy mit Robert Downey Jr., Chris Evans, Scarlett Johansson (182 Minuten)

    Bewertung:  4 von 5 Sternen

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    Foto: dpa
  • Streik: Drama mit Vincent Lindon, Mélanie Rover (113 Minuten)

    Bewertung:  4 von 5 Sternen

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    Foto: dpa/Neue Visionen Filmverleih
  • Ein letzter Job:Komödie mit Michale Caine, Tom Courtenay (106 Minuten)

    Bewertung:  2 von 5 Sternen

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    Foto: Studiocanal
  • Bildbuch: Experimentalfilm mit Jean-Luc Godard (96 Minuten)

    Bewertung:  4 von 5 Sternen

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    Foto: Casa Azul Films
  • Atlas: Drama mit Rainer Bock, Thorsten Merten (100 Minuten)

    Bewertung:  3 von 5 Sternen

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    Foto: dpa
  • Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein: Drama/Familie mit Valentin Hagg, Sabine Timoteo (146 Minuten)

    Bewertung:  3 von 5 Sternen

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    Foto: Hoehne Presse
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