„Verachtung”
Letzter Teil der Adler-Olsen-Reihe

Die Krimireihe ums „Sonderdezernat Q“ geht in die letzte Runde: Die zugrundeliegende Romanserie des dänischen Bestsellerautors Jussi Adler-Olsen geht zwar weiter, doch mit den vom ZDF koproduzierten (und in Hamburg gedrehten) Filmen rund um den dauergrantigen Kommissar Carl Mørck ist Schluss. 

Freitag, 21.06.2019, 14:52 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 15:33 Uhr
Mørck (Nikolaj Lie Kaas, M.) mit Marcus Jacobson (Soren Pilmark, l.) und Assistent Assad (Fares Fares).
Mørck (Nikolaj Lie Kaas, M.) mit Marcus Jacobson (Soren Pilmark, l.) und Assistent Assad (Fares Fares). Foto: dpa

Das ist okay so: Ästhetisch gingen die bisherigen drei Teile („Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“) schließlich kaum eigenständige Wege. Sie folgten dem bewährten Stil des „Nordic Noir“, lebten ganz vom Blick in finsterste soziale Abgründe und vom verqueren Geplänkel zwischen Mørck ( Nikolaj Lie Kaas ) und seinen Assistenten Assad (Fares Fares) und Rose Knudsen (Johanne Louise Schmidt). Auch der vierte Teil macht da keine Ausnahme.

Wieder muss sich das Dezernat Q um einen längst ad acta gelegten Fall kümmern, dabei geht es diesmal sogar noch eine Spur gespenstischer zu. Bei Bauarbeiten werden, eingemauert in einem geheimen Zimmer, drei mumifizierte Leichen gefunden.

Die Ermittler bekommen es nicht nur mit einem Vermisstenfall von 2006 zu tun, sondern mit Dingen, die fünfzig Jahre zurückreichen – und an ein unrühmliches Kapitel der dänischen Geschichte rühren. Bis in die Sechzigerjahre hinein wurden auf der Insel Strogø „nonkonforme“ Mädchen kaserniert; an ihnen wurden Experimente durchgeführt, 11 000 wurden aus Gründen der „Rassenhygiene“ sterilisiert.

Der Fall, der sich um einen leitenden Arzt und sein sexistisches und rassistisches Weltbild rankt, ist solide spannend, leider kommt das Bemühen des Regisseurs Christoffer Boe („Recon­struction“), Bezüge zu aktuellen politischen Renationalisierungsbestrebungen einzubauen, über Ansätze nicht hinaus. Die Rückblenden ins „Mädchenheim“ der Sechzigerjahre sind daher am stärksten in diesem ansonsten angemessen finsteren Abschluss der Q-Reihe.

Bewertung

„Verachtung”: Krimi mit  Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares und Johanne Louise Schmidt (119 Minuten)

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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