"Anna“
Weg mit Waffenhändlern

Wenn sie mit Messern, Gabeln und zerbrochenen Tellern in einem Restaurant unter ihren Rivalen „aufgeräumt“ hat, hat die vom KGB angeworbene Anna (Sasha Luss) ihre Feuertaufe bestanden. Fortan wird sie im etwas leblosen Hochglanz-Action-Thriller „Anna“ ihre Perücken wie die Waffen wechseln und in der Welt der Spione, die sich um 1990 beharken, eine tödliche Rolle spielen.

Donnerstag, 18.07.2019, 15:38 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 17:35 Uhr
Gleich wird Anna (Sasha Luss) von ihrem Matrjoschka-Stand aus vom Fleck weg als Model engagiert und geht von Moskau nach Paris.
Gleich wird Anna (Sasha Luss) von ihrem Matrjoschka-Stand aus vom Fleck weg als Model engagiert und geht von Moskau nach Paris. Foto: Europacorp

„Anna“ spielt in den Jahren, in denen sich zuletzt Jennifer Lawrence im ungleich brutaleren „Red Sparrow“ herumtrieb: in der Zeit des ausgehenden Kalten Krieges mit all seinen Agenten und Doppelagenten. Angerichtet hat das Baller- und Verfolgungsjagd-Spektakel der europäische Großproduzent und Regisseur Luc Besson , der damit eine Blaupause seines Klassikers „Nikita“ (1990) vorlegt und schon deshalb ziemlich altbacken daherkommt.

Wie in „Nikita“ wird eine junge Frau, die sich als Prostituierte und Drogendealerin durchschlägt, vom Geheimdienst angeworben, ausgebildet und ins Zielfeuer der Konkurrenten geschickt. Als Model getarnt, hat sie in Paris Zugang zur Welt der Waffenhändler, die sie per Kopfschuss erledigt. Nicht, dass dies eine Botschaft wäre (Action-Filme haben meistens keine), aber es fällt schon auf.

Bewertung

"Anna": Action-Thriller mit Sasha Luss, Helen Mirren, Luke Evans (119 Minuten)

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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Als Annas Chefin sieht Helen Mirren mit Hornbrille aus wie Lotte Lenya im Connery-Bond „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), der innerhalb der 007-Reihe die Klischees vom Westen gegen den Osten begründete, die Besson übernimmt. Brutale Russen, smarte Westler, der fiese KGB und die raffinierte CIA spielen mit Tarnung, Täuschung, überraschenden Wendungen und Gewalt gegen Frauen die Rolle, gegen die „Anna“ antritt.

Die gehört ins Arsenal der High-Heels-Killer-Girls, die Besson von „Angel A“ bis „Lucy“ immer gern ins Licht der Scheinwerfer setzte. Hier ist es die Russin Sasha Luss , die 2006 bei Lagerfeld anfing und für Dior arbeitete. Als Schauspielerin hat sie wenig Talent, kaum Charisma, aber lange blonde Haare und noch längere Beine, womit sie für den Catwalk tauglich ist, für eine Filmkarriere eher nicht. Unterhaltsam, aber kein Muss.  

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