Filme der Woche
„Gelobt sei Gott“: Starkes Drama über den Kirchenskandal

Der Titel dieses eindringlichen, auf der Berlinale ausgezeichneten Dramas zitiert den Erzbischof von Lyon. Philippe Barbarin hatte im Jahr 2016, als immer mehr Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester seiner Diözese bekannt geworden waren, der Presse entgegengeseufzt: „Grace à Dieu“, also: Gott sei Dank, sei die Mehrzahl der Fälle verjährt. Damit wurde Barbarin zum Paradebeispiel eines Kirchengranden, der sich angesichts von Missbrauchsskandalen eher um den Ruf der Täter als um das Wohl der Opfer sorgt. Inzwischen wurde Barbarin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, das Verfahren gegen den Pfarrer, dessen Verbrechen Barbarin deckte, läuft noch. Von Gian-Philip Andreas
Donnerstag, 26.09.2019, 15:52 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 26.09.2019, 15:52 Uhr
Kardinal Barbarin (Francois Marthouret, r.) mit Alexandres Sohn Gauthier (Max Libert)
Kardinal Barbarin (Francois Marthouret, r.) mit Alexandres Sohn Gauthier (Max Libert). Foto: Copyright Pandora Film Medien GmbH
Als bekannt wurde, dass ausgerechnet François Ozon den prominenten Kirchenskandal verfilmen wollte, stutzte man kurz: Würde der Vielfilmer, der sonst gern in Fassbinderscher Melodramatik die Bourgeoisie seziert („In meinem Haus“) oder farcenhafte Musicals („8 Frauen“) dreht, dem Gewicht des tagesaktuellen Stoffs gewachsen sein? Er ist es.
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