„Skin“
Runen-Rübe

In welcher Haut möchte man stecken? Diese Frage umkreist das US-Debüt des israelischen Regisseurs Guy Nattiv anhand eines sehr konkreten Beispiels: Immer wieder nimmt die Kamera einen Laser in den Blick, der dem Protagonisten des Films seine neonazistischen Tattoos aus der Epidermis brennt.

Freitag, 04.10.2019, 13:10 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 13:42 Uhr
Jamie Bell hat die Tattoos schön.
Jamie Bell hat die Tattoos schön. Foto: 24 Bilder Film/dpa

Das sieht schmerzhaft aus und war es wohl auch für Bryon Widner , den es wirklich gibt und der hier vom ehemaligen „Billy Elliot“ Jamie Bell mit Mut zur Hässlichkeit verkörpert wird. Bryon landet in den Nullerjahren in der Bauernhofkommune der weißen Suprematisten Fred und Shareen (Vera Farmiga, „Up in the Air“) Krager, lässt sich den Schädel rasieren und den Körper mit Nazi-Symbolen zutätowieren.

Dann verliebt er sich in eine alleinerziehende Mutter (Danielle Macdonald, „Patti Cake$“), will aus der Szene aussteigen und schafft dies auch – dank des Menschenrechtsaktivisten Daryle Jenkins (Mike Colter, „Luke Cage“).

Nattiv machte aus dem wahren Fall erst einen oscargekrönten Kurz-, dann diesen Langfilm. Etwas weniger Konventionsverliebtheit hätte dem Drama gutgetan, aber angesichts einer US-Präsidentschaft, die sich kaum von der „White Supremacy“-Ideologie um Ku Klux Klan und andere Rassisten distanziert, kann es Lehrstücke wie dieses sicher nie genug geben.

Bewertung

3 von 5 Punkten. Läuft im Cinema.

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