„Maleficent – Mächte der Finsternis“
Allzu düsteres Fantasy-Sequel

Das Interessante am Disney-Hit „Maleficent“ war, dass er das Märchen von Dornröschen einem Perspektivenwechsel unterzog und aus der Sicht der bösen Fee erzählte. Angelina Jolie spielte diese Maleficent als ebenso glamouröse wie tief traumatisierte Dunkeldiva, eine eigentlich gar nicht so böse Herrin über das Reich der Moore. 

Donnerstag, 17.10.2019, 14:38 Uhr aktualisiert: 17.10.2019, 15:11 Uhr
Fee Maleficent (Angelina Jolie) bangt mit Aurora (Elle Fanning, l.) und Gehilfe Diaval (Sam Riley) um ihr Reich.
Fee Maleficent (Angelina Jolie) bangt mit Aurora (Elle Fanning, l.) und Gehilfe Diaval (Sam Riley) um ihr Reich. Foto: dpa

Die Fortsetzung ( Jolies erster Leinwandauftritt seit ihrem Regieflop „By the Sea“) wirkt diesbezüglich nun weit weniger frisch, vor allem auch, weil Regisseur Joachim Rønning („Fluch der Karibik: Salazars Rache“) den Feenkrieg gegen die Menschen mehr oder weniger neu aufwärmt.

Am Ende des ersten Films ging die Sache ja gut, Prinzessin Aurora wurde zu Male­ficents Ziehtochter. Inzwischen regiert die herangereifte Aurora (erneut Elle Fanning) das Feenreich der Moore, verliebt sich dann aber in den Prinzen Philip (Harris Dickinson aus „Beach Rats“). Das allein wäre kein Problem, doch Philips Mutter, die fiese Queen Ingrith, hat es auf die Vernichtung des Feenreichs abgesehen.

Ingrith wird von niemand Geringerer als Michelle Pfeiffer gespielt, und tatsächlich sind die wenigen Szenen, in denen Jolie und Pfeiffer ins schauspielerische Duell gehen, die mit Abstand spannendsten des ganzen Films. Der Rest des Films verliert sich bald in einem pompösen Overkill der Computertrickeffekte, und wenn dann die Soldaten des Königreichs „Herr der Ringe“-artig in die Schlacht gegen die Feentruppen ziehen, wird es düsterer als gedacht – auf Kosten des niedlichen Charmes, der den für den Kostüm-Oscar nominierten Erstling durchzog.

Die drei Blumenfeen kommen kaum mehr vor, selbst Titelheldin Maleficent gerät fast aus dem Fokus. Rønning setzt vor allem auf Spektakel und Scharmützel – und das ist schade.  

Bewertung

„Maleficent – Mächte der Finsternis“: Fantasy mit Angelina Jolie, Elle Fanning und Harris Dickinson (119 Minuten)

Bewertung: 2 von 5 Sternen

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