Filme der Woche
Das Wunder von Marseille: Asyl nur für Weltmeister

Die Geschichte klingt wie lau aufgewärmt und dann dreimal vorgekaut, ist aber tatsächlich so (ähnlich) passiert: Ein Flüchtlingsjunge aus Bangladesch, dessen Vater in Frankreich vergeblich um Asyl ersucht, trainiert Anfang der 2010er-Jahre bei einem bärbeißigen Schachlehrer in der Pariser Ban­lieue und ist so talentiert, dass er es sogar bis zum Junior-Schachweltmeister bringt.

Donnerstag, 07.11.2019, 15:46 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 16:09 Uhr
Sylvain (Gérard Depardieu, r.), der knurrige Schachtrainer, muss seine Niederlage gegen Fahim (Assad Ahmed, r.) eingestehen. Nura (Mizanur Rahaman) staunt.
Sylvain (Gérard Depardieu, r.), der knurrige Schachtrainer, muss seine Niederlage gegen Fahim (Assad Ahmed, r.) eingestehen. Nura (Mizanur Rahaman) staunt. Foto: -/Tobis Film/dpa

Da ist dann auch das damalige Frankreich unter Präsident Sarkozy so stolz, dass der Asylbescheid nachgereicht wird.

Das erwartbare Happy End, auf das diese Wellness-Dramödie von Regisseur Pierre-François Martin-Laval ohne größere Widerhaken zusteuert, hätte eine gute Gelegenheit bieten können, dahinterliegende Fragen zu thematisieren – zum Beispiel danach, ob es Spezialtalente braucht, um in Frankreich Asyl gewährt zu bekommen. Wäre der goldige Knabe (klasse gespielt vom kleinen Assad Ahmed) direkt in den nächsten Abschiebeflieger gequetscht worden, hätte er das entscheidende Spiel verloren?

Bewertung

Das Wunder von Marseille: Nie so kitschig, wie befürchtet. Bewertung: Drei von fünf Sternen.

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Aber natürlich geht es hier nicht darum. „Fahim“, wie der Film im Original ganz wunderlos heißt, erzählt vor allem von den Reibereien zwischen dem gleichnamigen Knirps und dem bärbeißigen, dauergrummelnden alten Trainer Sylvain – eine Rolle, die sich der putinophile Pummel Gérard Depardieu, inzwischen 70, souverän aus der knirschenden Hüfte leiert. Die Beziehung zwischen Fahim und seinem verzweifelten, aber seltsam tragikomisch gezeichneten Vater Nura spielt da nur die zweite Geige. Man muss dem Film unbedingt zugute halten, dass es nie so kitschig wird wie befürchtet. Trotzdem reiht sich hier erzählerisches Déjà-vu an Déjà-vu.

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