„Last Christmas“
Laue Weihnachts-Romanze mit Songs von George Michael

Bevor der 2016 verstorbene George Michael die Zustimmung zur Verfilmung seines vor 35 Jahren entstandenen Pop-Klassikers „Last Christmas“ gab, mussten die Filmemacher Inhalt des Liedes, Obdachlosenszenen, Songs wie „Wake Me Up . . .“ sowie ein unveröffentlichtes Lied einbauen.

Donnerstag, 14.11.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 16:50 Uhr
Auch die Chefin ist verliebt: Santa (Michelle Yeoh, l.) vertraut sich der neuen Weihnachtselfe
Auch die Chefin ist verliebt: Santa (Michelle Yeoh, l.) vertraut sich der neuen Weihnachtselfe Foto: Universal Pictures

Am Anfang stand ein Deal: Bevor der 2016 verstorbene George Michael die Zustimmung zur Verfilmung seines vor 35 Jahren entstandenen Pop-Klassikers „Last Christmas“ gab, mussten die Filmemacher Inhalt des Liedes, Obdachlosenszenen, Songs wie „Wake Me Up . . .“ sowie ein unveröffentlichtes Lied einbauen. Den Rest dieser Bastelkiste gab Drehbuchautorin und Ideengeberin Emma Thompson hinzu, die sich eine eher aufgesetzte Nebenrolle zuschanzte.

Das Ergebnis ist eine laue Romanze, die ihren eigentlichen Reiz aus der mit Freuden vorgeführten Weihnachtswelt im London des Jahres 2017 vorführt, wo die Großstadt im Lichtermeer des Kitsches und all dem glänzenden Schnickschnack versinkt, der mit dem Fest zusammenhängt.

Durch diese bunte Welt, wo Traum und Konsum eng zusammenhängen, führt die junge Kate (Emilia Clarke, „Game of Thrones“), die als Trampel und Chaotin mit etlichen Nebenwirkungen auf Freunde und Mutter (Emma Thompson) durchs Leben stolpert, sich nicht auf Castings vorbereitet und überhaupt in der fröhlichen Rücksichtslosigkeit der Egoistin badet. Ein Vogel-Segen glitschigen Ausmaßes gibt ihr dann den Dämpfer ins Auge. Auftritt des geheimnisvollen (Klischee) Traumprinzen Tom (Henry Gol­ding), der zwanghaft davon besessen ist, Stolper-Kate zum besseren Menschen zu machen, bevor sie als Angestellte im Laden von Chefin Santa (Michelle Yeoh) den Kitschplast ruiniert.

Das Ende mit ungewöhnlich dramatischem Inhalt sei hier nur halb verraten (der Titel kommt zu seinem Recht). Von der ersten Szene an (Kirchenchor mit der jungen Kate) herrscht der Impetus, dem Fest den Zynismus zu nehmen und im Wohlgefühl von Lebkuchen, Wollpuppen und Krippenkitsch zu baden. Sei‘s drum.

Emilia Clarke, nicht unbedingt eine begnadete Schauspielerin („Ein ganzes halbes Jahr“) rauft sich mit robust rustikalem Charme durch die Kulissen, Henry Golding („Crazy Rich Asians“) lächelt zu schön, um wahr zu sein, und Emma Thompson als traumatisierte jugoslawische Migrantin schlägt meist die Tür zu und singt der wilden Tochter ein Schlaflied. Gut schlägt sich Michelle Yeoh („Tiger & Dragon“) als verliebte Chefin, die in der besten Szene ihrer chaotischen Elfe Liebesgeheimnisse und ihre vielen Namen anvertraut.

Als perfekter Weihnachtsfilm geht „Last Christmas“ nicht durch, da sind „Ist das Leben nicht schön? (James Stewart) und der unerreichte Ensemblefilm „Tatsächlich . . . Liebe“ aus dem Jahr 2002 eben doch um Klassen besser.

Bewertung

3 von 5 Sternen | Läuft im Cineplex

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