„My Zoe“
Drama mit Delpy

Erst allmählich begreift man, dass der Film in einer Zukunft spielt, in der medizinisch deutlich mehr möglich ist als heute.

Donnerstag, 14.11.2019, 16:59 Uhr
Mutter Isabelle (Julie Delpy) zeigt Tochter Zoe (Sophia Ally) Bilder aus dem Labor.
Mutter Isabelle (Julie Delpy) zeigt Tochter Zoe (Sophia Ally) Bilder aus dem Labor. Foto: Stephan Rabold/Warner Bros./dpa

Zu Beginn deutet alles auf ein intensives Familiendrama hin: Julie Delpy spielt eine kanadische Genetikerin in Berlin, die sich gerade von ihrem Mann ( Richard Armitage ) scheiden ließ. Das Gezerre um Töchterchen Zoe endet in einer Tragödie, als das Mädchen mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus eingeliefert wird und dort verstirbt.

Was dann folgt, ist kein Trauerdrama, sondern eine ethische Versuchsanordnung, die an eine in die Länge gezogene Episode der Sci-Fi-Serie „Black Mirror“ erinnert. Erst allmählich begreift man, dass der Film in einer Zukunft spielt, in der medizinisch deutlich mehr möglich ist als heute. Daniel Brühl tritt auf als dubioser Doktor in Moskau, Gemma Arterton spielt seine Frau, doch weder sie noch der Rest des Casts (Lindsay Duncan, Lior Ashkenazi, Nicolette Krebitz) können verhindern, dass „My Zoe“ in zwei völlig disparate Hälften zerfällt und als blutleere Veranstaltung endet.

Delpy, die auch Regie führte, plante den Film angeblich seit ihrer Arbeit mit Krzysztof Kieslowski („Drei Farben: Weiß“) Anfang der Neunziger. Das Ergebnis ist interessant, doch die Dringlichkeit, die sie vermitteln will, überträgt sich kaum.

Bewertung

3 von 5 Sternen | Läuft im Schloßtheater Münster

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