Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
Schön kauzig

In vielen orthodoxen Gemeinden Osteuropas ist es Brauch, dass der Pfarrer am Dreikönigstag ein Holzkreuz in den eiskalten Fluss wirft, das demjenigen Glück verspricht, der es fängt. Frauen dürfen dieses Glück indes nicht erhaschen – sie sind vom Ritual ausgeschlossen.

Donnerstag, 28.11.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 28.11.2019, 17:14 Uhr
Petrunya (Zorica Nusheva) muss sich hier einem unangenehmen Polizistenverhör (Stefan Vujisic) stellen.
Petrunya (Zorica Nusheva) muss sich hier einem unangenehmen Polizistenverhör (Stefan Vujisic) stellen. Foto: dpa

Als es im nordmazedonischen Štip unlängst doch mal eine Frau wagte, das Kreuz zu fangen, geriet das Städtchen in mannhaften Aufruhr und die Siegreiche in Gefahr. Sie lebt jetzt in London.

Regisseurin Teona Strugar Mitevska erzählt den Fall in „God existiert, ihr Name ist Petrunya“ (auf der Berlinale zweifach ausgezeichnet) nach und macht ein widerborstiges Empowerment-Drama draus: Die Titelheldin (Zorica Nusheva) ist Anfang dreißig, als studierte Historikerin ohne Job. Bei einem Vorstellungsgespräch wird sie rüde gedemütigt, dann springt sie den Männern mitten rein ins Ritual.

Der Großteil des Films besteht darin, dass sie in stoischer Ruhe auf dem Polizeirevier sitzt und sich von Priestern, Polizisten und ihrer frömmelnden Mutter beschimpfen lässt, während draußen der Mob tobt. Wie Petrunya den patriarchalen Strukturen trotzt, das erzählt Mi-tevksa nicht sehr subtil, aber schön kauzig an den üblichen Widerstandsklischees vorbei.

Bewertung

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya: Komödie/Drama von Teona Strugar Mitsevska (100 Minuten).

Bewertung: 3 von 5 Sternen 

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