Was gewesen wäre
Lebensweg im Konjunktiv

In dieser Verfilmung eines Gregor-Sander-Romans spielen Christiane Paul und Ronald Zehrfeld zwei Frischverliebte in mittleren Jahren. Dann taucht ein Mann aus der Vergangenheit auf – und die neue Liebe gerät sofort an einen Scheideweg.

Donnerstag, 05.12.2019, 12:48 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 14:58 Uhr
Ärztin Astrid (Christiane Paul) braucht selbst mal kurz Hilfe.
Ärztin Astrid (Christiane Paul) braucht selbst mal kurz Hilfe. Foto: Flare Film Reinhold Vorschneider

Ärztin Astrid ( Christiane Paul ) und ihr Ex-Patient Paul ( Ronald Zehrfeld ) sind Mitte vierzig und haben im Leben schon einiges hinter sich, darunter auch große, gesche iterte Lieben. Ihren Weg wollen sie nun gemeinsam weitergehen. Die Romanze ist noch jung und doch um Abgeklärtheit bemüht: In der Mitte des Lebens liebt es sich anders als in der Jugend, aber für neue Chancen ist es nie zu spät.

Bei einem gemeinsamen Wochenende in Budapest sieht Astrid plötzlich Julian wieder (Sebastian Hülk) – ihre erste große Liebe, die damals nicht an sich selbst scheiterte, sondern an den Zeitläuften: Der unangepasste Musiker floh damals aus der DDR in den Westen, sie selbst blieb bis zum Mauerfall im Osten. Was bedeutet dieses Wiedersehen, das Astrid sichtlich aus dem Lot bringt, für ihre neue Beziehung? Und was macht das Ganze mit Paul?

Florian Koerner von Gustdorf, bekannt als Produzent von Filmen wie Christian Petzolds „Barbara“ (ebenfalls mit Zehrfeld), verfilmt in seinem Regiedebüt einen Roman von Gregor Sander. Tatsächlich erinnert das Ergebnis formal stark an Filme der sogenannten Berliner Schule, nicht zuletzt durch die nüchtern-minimalistische Kamera von Reinhold Vorschneider („Wild“). Inhaltlich aber findet der Film nicht immer den richtigen Ton: Während die Szenen mit den nuancenreich zwischen Aufbruch und Verletzlichkeit wechselnden Paul und Zehrfeld bewegen, wirken die Rückblenden in die Vorwendezeit (in der andere Darsteller übernehmen) wie Fremdkörper.

Die große Liebe des jungen Paars vermittelt sich nicht richtig, was die Probleme dreißig Jahre später etwas gesucht erscheinen lässt. Dennoch ein stilsicheres Debüt, das allen empfohlen sei, die an „erwachsenem“ deutschem Kino interessiert sind.

Bewertung

Was gewesen wäre: Christiane Paul und Ronald Zehrfeld bangen um ihre frische Liebe (89 Minuten).

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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