Film der Woche: „Queen and Slim“
Erstes Date mit tödlichen Folgen

Queen und Slim waren bloß zum Date verabredet – die Verkehrskontrolle durch einen rassistischen Cop wirft ihre Leben über den Haufen. Ihre Fluchtgeschichte erzählt dieses packende Roadmovie.

Freitag, 10.01.2020, 10:02 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 14:17 Uhr
Anwältin Queen (Jodie Turner-Smith) genießt offenbar die Flucht.
Anwältin Queen (Jodie Turner-Smith) genießt offenbar die Flucht. Foto: imago images / ZUMA Press

Thelma & Louise, Butch Cassidy & The Sundance Kid, Bonnie & Clyde: Die amerikanische Filmgeschichte ist reich an großen Flüchtenden, die mal zu Recht, mal eher aus Versehen ins Visier der Fahnder geraten und mal zu Pferde, oft im Auto „on the road“ sind, quer durch die Vereinigten Staaten. Meist nimmt es kein gutes Ende. Dieses Roadmovie-Grundmuster kombiniert Regisseurin Melina Matsoukas , die durch Beyoncés stilbildendes Musikvideo „Formation“ bekannt wurde, in ihrem Spielfilmdebüt mit den definierenden Themen der US-amerikanischen Gegenwart: Rassimus und „Racial Profiling“, das nicht-weiße Bürger grundsätzlich verdächtiger macht als weiße.

Kontrolle vor Tinder-Date

So geraten auch Anwältin Queen (Jodie Turner-Smith, „Jett“) und Verkäufer Slim (Daniel Kaluuya, „Get Out“) in die Bredouille, weil ein rassistischer Cop es auf sie abgesehen hat: Auf dem Rückweg von ihrem ersten Tinder-Date geraten sie in eine Kontrolle. Als Queen den Polizisten filmen will, gerät die Situation außer Kontrolle. Am Ende ist der Cop tot und das Duo, das sich kaum kennt, gemeinsam auf der Flucht.

Von Ohio aus via Kentucky und New Orleans weiter nach Florida geht die Fahrt von Queen & Slim – das Fluchtziel: Kuba. Roadmovie-typisch treffen sie dabei auf seltsame Typen, auf sympathisierende Helfer wie das Ehepaar Shepherd (gespielt von Red-Hot-Chili-Peppers-Bassist Flea und Chloë Sevigny), aber auch Verräter. Nebenbei werden die Gesuchten zu Ikonen des schwarzen Widerstands – was nicht nur positive Folgen hat.

Lyrische Abschweifungen

Über deutlich mehr als zwei Stunden streckt Matsoukas die Fluchtfahrt, was schon andeutet, dass man es hier weniger mit einem Action-lastigen Thriller zu tun hat als mit einem grimmigen Drama, das sich erst allmählich auch zum Liebesfilm entwickelt und überraschend viel Platz lässt für lyrische Abschweifungen. Der politische Grundtenor geht dabei trotzdem nie verschütt, und das Finale sorgt für einen Kloß im Hals. Sehenswert.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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