„Enkel für Anfänger“
Sinnsuche mit geliehenem Nachwuchs

Was noch Sinnvolles tun, wenn das Leben in die Zielgerade einbiegt? Heiner Lauterbach, Maren Kroymann und Barbara Sukowa versuchen’s in dieser Komödie als Leih-Großeltern – und lassen keine Zweifel am versöhnlichen Ende.

Donnerstag, 06.02.2020, 14:52 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 16:26 Uhr
Karin (Maren Kroymann, l.), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) möchten sich um Enkel kümmern, die sie selbst nicht haben.
Karin (Maren Kroymann, l.), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) möchten sich um Enkel kümmern, die sie selbst nicht haben. Foto: Wolfgang Ennenbach/StudioCanal/d

Rote Großbuchstaben und grimassierende Darsteller auf dem Plakat, da weiß man, was kommt: eine deutsche Schenkelklopfkomödie, die frech tut, sich aber brav ins Ziel schunkelt, mit deutschen Film- und Fernsehgesichtern auf Autopilot und Kinderdarstellern in bunten Klamotten, angesiedelt in einer suburbanen Wohlstandswelt und ausgeleuchtet wie Werbeclips im Vorabendprogramm.

Das sind fiese Vorurteile, gewiss, doch „Enkel für Anfänger“ bestätigt sie alle. Die Idee ist eigentlich ganz nett: Drei enkellose Senioren Ende sechzig lassen sich als Leih-Großeltern vermitteln, bekommen es mit Kindern aus nicht-traditionellen Familienzusammenhängen zu tun und wachsen in Folge dessen an diesen – und diese an ihnen. Dass das auf ein typisch versöhnliches Finale zusteuert, wäre überhaupt nicht schlimm, gäbe es zumindest eine minimale Fallhöhe. Doch sowohl die Kids als auch die Senioren sind hier allesamt so nett und auskömmlich, dass der Film seine harmlose Schmunzelebene nie verlassen muss.

Vielversprechender Anfang, aber langweilige Nebenplots und kaum Biss

Der Anfang ist recht vielversprechend: Da geraten Alt-Hippie Philippa ( Barbara Sukowa ), die vom späten Leben gelangweilte Karin ( Maren Kroymann ) und der schwule Witwer Gerhard (Heiner Lauterbach) nacheinander an die Kinder, die sie bespaßen sollen, und in der Ausgestaltung ihrer Lebenswelten zeigt Regisseur Wolfgang Groos („Kalte Füße“) immerhin ein bisschen satirischen Biss. Leider wird Günther Maria Halmer als Karins öder Gatte bald links liegen gelassen zugunsten generischer Nebenplots um alleinerziehende Mütter im Tinderwahn, ängstliche Öko-Eltern und pubertierende Geschwisterkinder.

Wie Lauterbachs Gerhard seinem zarten Schützling Selbstbewusstsein eintrichtern will, das sorgt durchaus für ein paar Lacher, doch der Rest ist viel zu versöhnlich, um lange im Gedächtnis zu bleiben. Warum das Ganze nicht als Fernsehfilm läuft, sondern auf der Leinwand, bleibt offen.

Bewertung

„Enkel für Anfänger": Komödie von Wolfgang Groos mit Heiner Lauterbach, Barbara Sukowa und Günther Maria Halmer (105 Minuten)

Bewertung: 2 von 5 Sterne

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