„The Gentlemen“
Das Gesetz der Schwerkraft

Der Mann, der Sherlock Holmes fürs Kino zum Actionhelden verwandelte, hat sich wieder an eine Gangsterkomödie gemacht: Guy Ritchie versammelt in „The Gentlemen“ Stars wie Matthew McConaughey, Hugh Grant und Michelle Dockery. Eine schwarzhumorige britische Kriminalkomödie.

Donnerstag, 27.02.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 17:56 Uhr
Drogenkönig Mickey (Matthew McConaughey, M.) mit Gattin (Michelle Dockery) und rechter Hand (Charlie Hunnam).
Drogenkönig Mickey (Matthew McConaughey, M.) mit Gattin (Michelle Dockery) und rechter Hand (Charlie Hunnam). Foto: Christopher Raphael

Wenn in Guy Ritchies schwarzhumoriger Kriminalkomödie „The Gentlemen“ in regelmäßigen Abständen jemand aus dem Fenster, vom Dach oder über ein Brüstung fällt, ist das kein Todesfall oder Folge eines Verbrechens, sondern es herrscht „das Gesetz der Schwerkraft“, wie es einer der Gangster, Gauner und Ganoven formuliert.

Man sieht: Der Regisseur und Autor von Cockney Crime Comedies wie „Bube, Dame, König, grAS“, „Snatch“ und „Rock N Rolla“ ist wieder in seinem Element, ist zurück zu seinen Anfängen, als er mit maximal unterhaltsamen, wunderbar flotten und sarkastischen Blicken in die Londoner Unterwelt Furore machte und seinem US-Pendant Quentin Tarantino locker Paroli bot.

Der Unterschied in der Geschwätzigkeit der Kultfilmer lag in Ritchies Kunst, Alltagssprache, Cockney-Slang und Redeweisen des britischen Adels und Geldadels gekonnt zu kombinieren, so dass seine Filme ein nicht nur visueller, sondern (in der O-Fassung mehr) auch verbaler Genuss sind.

In „The Gentlemen“ also will sich der amerikanische Drogenbaron Mickey Pears ( Matthew McConaughey ), der sich in England ein Marihuana-Imperium aufgebaut hat, zur Ruhe setzen, mit dem Adel verkehren und sein Unternehmen für 400 Millionen Dollar veräußern. Das Geschäft läuft aus dem Ruder, als etliche Interessierte, die vor allem nicht zahlen wollen, an den Stoff dieses „König des Dschungels“ zu gelangen versuchen.

Daraus zimmert Ritchie in der vertrackten Geschichte mit Rahmenhandlung, Vor- und Rückblenden, Kommentaren und multiperspektivischer Erzählung einen Spaß, der sich neben witzigen Actionszenen und filmischen Stilwechseln in Musik und Besetzung spiegelt.

So parodiert der Film Rap-Songs und schafft es, dass der Gassenhauer „Old McDonald Had a Farm“ mit völlig neuen Augen gesehen wird. So hält sich McConaughey ziemlich zurück und überlässt das Feld seiner rechten Hand Ray (Charlie Hunnam), der mit Zottelbart und Krawatte cool und clever die harten Nebengeschäfte regelt. Michelle Dockery läuft als toughe Ehefrau in ihrer Autowerkstatt auf hohen Hacken zu Hochform auf.

Die besten Parts indes gehen an Hugh Grant, der als schmieriger und passiv aggressiver Ermittler für ein Sensationsblatt arbeitet, und an Colin Farrell, der als Coach Boxer und Martial-Arts-Kämpfer betreut und in jeder Szene einen anderen Jogging-Anzug trägt. Wie man sieht: Gentlemen werden diese Herren nie. Sehenswert.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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