Emma.: Amüsantes nach Jane Austen
Kuriose Kupplerin

Dekorative Darsteller in schönen Kostümen und hübscher Landschaft: Filme nach Jane Austen locken mit solchen Reizen. Sie haben aber viel mehr zu bieten.

Donnerstag, 05.03.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 14:21 Uhr
Diesmal ist Anna Taylor-Swift die blonde Emma.
Diesmal ist Anna Taylor-Swift die blonde Emma. Foto: dpa

Die Geschichte der von Jane Austen erfundenen Landadeligen Emma Woodhouse , die aus Langeweile, Betriebsamkeit und Freundschaftsdienst als die beste Kupplerin der englischen Provinz des frühen 19. Jahrhunderts herumwieselt, ist mehrfach verfilmt worden.

Zuletzt 1996 erfolgreich mit Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow („Shake­speare in Love“) und Ewan McGregor („Der Ghostwriter“) in einer Produktion von Harvey Weinstein.

Humorvolles Regiedebüt von Autumn de Wilde

Letzterer ist wohl der Grund, warum Emma schon wieder kuppelt, diesmal natürlich unter Berücksichtigung der #MeToo-Bewegung und unter den Händen von Fotografin Autumn de Wilde, 49, die nach Musikvideos ihr Regiedebüt „Emma.“ (jetzt mit Punkt) als humorvolle Version des zeitlosen Stoffes über Liebeswirren und Gefühlsirrungen anlegt. Das waren die anderen Versionen auch, schließlich ist das ein Generalthema bei Austen.

Wieder schwebt die blonde Emma (Anna Taylor-Swift, „Split“) als zickige Elfe selbstbewusst zwischen Ausflügen, Gesellschaften und hinter Fächern versteckten Intrigen durch die verschlafene Welt der reichen Pfennigfuchser, die nie besser verfilmt wurde als in Ang Lees Austen-Strickerei „Sinn und Sinnlichkeit“ (mit Emma Thompson). Keck wärmt sie ihr nacktes Hinterteil am Kamin, betriebsblind verkuppelt sie Freundin Harriett (Mia Goth) und merkt kaum, wer sie in Gestalt von George Knightley (Filmdebüt von Sänger Johnny Flynn) wirklich anhimmelt.

Künstlich, aber charmant

Nichts wirklich Neues unter der Austen-Sonne also. Die Kostüme (Alexandra Byrne) wirken wie aus dem aufpolierten Retro-Modesalon, dafür ist der Soundtrack von Isobel Waller-Bridge („Fleabag“) als Folk mit Choreinätzen schön ironisch angelegt.

Die Darsteller posieren etwas zu sehr mit Ausnahme von Bill Nighy als Emmas Vater, der minimal mit maximaler Wirkung arbeitet. Er kann’s halt. Zwischen charmant und amüsant.

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