La vérité – Leben und lügen lassen: Starkes Familiendrama
Lügen der Erinnerung

Zwei Diven, ein Film: Reicht das? Im neuen Werk von Hirokazu Kore-eda funktioniert das Mutterr-Tochter-Spiel der beiden französischen Stars Catherine Deneuve und Juliette Binoche jedenfalls wunderbar.

Donnerstag, 05.03.2020, 13:28 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 14:28 Uhr
Fabienne (Catherine Deneuve, l.) mit ihrer Tochter Lumir (Juliette Binoche)
Fabienne (Catherine Deneuve, l.) mit ihrer Tochter Lumir (Juliette Binoche). Foto: PROKINO/dpa

Großes Schauspielerkino aus Frankreich von einem japanischen Regisseur mit zwei Diven als Hommage ans Kino bietet das starke Familiendrama „La vérité – Leben und lügen lasen“.

Autor und Regisseur Hirokazu Kore-eda ( Goldene Palme 2018 für „Shoplifters“) bleibt seinem Thema schwieriger Familienbande treu und verbindet eine Mutter-Tochter-Geschichte mit Film-im-Film-Szenen und Reminiszenzen an die Nouvelle Vague.

Schauspielerin mit Familien-Konflikt

Catherine Deneuve verkörpert in einer Glanzrolle, die ihr auf den filmgeschichtsträchtigen Leib geschrieben ist, Filmdiva Fabienne, 73, die in einem ihr eigenes Leben spiegelnden Sci-Fi-Film eine Frau spielt, deren Mutter jünger ist als sie, weil sie im All nicht altert.

Gleichzeitig arbeitet sie von ihrer Stadtvilla in Paris aus an den Memoiren. Als Tochter Lumir (Juliette Binoche) mit Mann (Ethan Hawke) und Kind zu Besuch weilt, zeigt sich, dass Erinnerungen von Mutter und Tochter aber so was von verschieden sind.

Mehrwert trotz fehlender Auflösung

Das bietet den Damen Gelegenheit, ihr Können souverän zu zeigen ohne zu dick aufzutragen. Die Wahrheiten, erfundenen Wahrheiten, Erinnerungen und verdrehten Gedächtnisleistungen erfahren in einem Film, der über Kino und Leben nachdenkt, keine Auflösung.

Wie sollten sie auch. Stattdessen gewinnen Cineasten Mehrwert durch Szenen, in denen Fabienne über B. B. (Brigitte Bardot) die Nase rümpft oder über das Plakat von „Belle de Paris“ (Verweis auf „Belle de Jour“ mit der Deneuve) sinniert.

Darüber hinaus zeigen die Besuche auf dem Sci-Fi-Filmset den Wandel des Filmemachens über die Jahrzehnte. Elegant, stilvoll, kunstvoll, sehenswert.

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