„Lady Business“
Plattitüden aus der Kosmetikbranche

Harvey Weinstein ist verurteilt, aber Hollywood setzt auch in MeToo-Zeiten auf Komödien mit albernen Geschlechterklischees. Hier immerhin mit einer schön überdrehten Salma Hayek.

Donnerstag, 12.03.2020, 12:12 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 16:30 Uhr
Die Chefin zeigt, wo’s lang geht. Claire Luna (Salma Hayek, M.) will den Kleinunternehmern Mia (Tiffany Haddish, l.) und Mel (Rose Byrne) das Heft aus der Hand nehmen.
Die Chefin zeigt, wo’s lang geht. Claire Luna (Salma Hayek, M.) will den Kleinunternehmern Mia (Tiffany Haddish, l.) und Mel (Rose Byrne) das Heft aus der Hand nehmen. Foto: Eli Joshua Ade/Paramount Picture

Eine Komödie aus der stahlharten Geschäftswelt, noch dazu aus der florierenden Kosmetikbranche, wäre ein guter Stoff für eine beißende Satire oder wenigstens eine flotte Farce. Leider beschränkt sich „Lady Business“ auf die Klischees, die man aus neueren Hollywood-Komödien kennt, wo Frauen nach dem Motto „Wehe, wenn sie los gelassen“ auch nicht anders agieren als vor der #MeToo-Bewegung.

Das ist umso bedauerlicher für einen Film, der zeigen will, wie die Freundschaft zweier Frauen über die Intrigen einer raffgierigen Kapitalistin siegt. Mel (Tiffany Haddish) und Mia ( Rose Byrne ) führen den Haushalt samt Schmieren der Zahncreme auf die Bürste, Heben der Haare vor der Toilettenschüssel und parallelen Träumen von Barack Obama. Die gemeinsame Kosmetikfirma indes steht vor dem Ruin, Frau lebt vom überzogenen Dispo.

Als Retterin in der Not soll Claire Luna ( Salma Hayek ), Chefin eines Kosmetikkonzerns, einspringen. Doch die herrische Luna will selbst das Ruder übernehmen, die Mädels entzweien und mit eigenen Plänen glänzen.

Bewertung

„Lady Business“: Komödie mit Tiffany Haddish, Rose Byrne, Salma Hayek (84 min)

Bewertung: 2 von 5 Sternen

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Daraus hat der mäßig begabte Regisseur Miguel Ortega („Die Coopers“) eine flache und mit Plattitüden gepflasterte Komödie gezimmert, deren Witze erstens nicht zünden wollen, zweitens meist in der weiblichen Unterleibsregion angesiedelt sind und drittens ihre Darstellerinnen im Regen stehen lassen. Auch Szenen wie die mit dem Baby und dem Joint oder das Zertrümmern von riesigen Glasfenstern helfen da nicht viel.

Tiffany Haddish aus dem öden „Girls Trip“ wirkt nur hektisch, Rose Byrne aus den zotigen „Bad Neighbours“ läuft ständig verkrampft mit offenem Mund herum und Jennifer Coolidge als beider Mitarbeiterin bleibt Staffage.

Und Salma Hayek? Der Weltstar aus „Frida“ ist der einzige Lichtblick, weil sie in einer bewusst total überzogenen Rolle die grandiose Parodie einer Raffgier-Kapitalistin mit flammend roten Haaren riskiert, sozusagen die Sexbombe auf dem Chefsessel.

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