Schach-Serie auf Netflix
„Das Damengambit“ ist ein Meisterwerk

Ein Waisenmädchen steigt zum Schachwunderkind auf. Davon erzählt die Netflix-Miniserie „Das Damengambit“. Und zwar meisterhaft!

Donnerstag, 19.11.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 17:01 Uhr
Anya Taylor-Joy spielt das junge Schach-Wunder Beth.
Anya Taylor-Joy spielt das junge Schach-Wunder Beth. Foto: Netflix

Mit einem Damengambit kann ein Schachspiel eröffnet werden – in dieser Netflix-Miniserie hat es aber erst in der letzten der sieben Episoden seinen großen Auftritt. Zuvor wird der Aufstieg der Prot­agonistin Beth vom kindlichen Waisenmädchen zum jugendlichen Schachwunderkind zu Beginn der Sechzigerjahre geschildert, in kraftvollen Bildern und so spektakulär spannend wie unterhaltsam, dass selbst Schachmuffel schnell vergessen, wie wenig sie der Sport eigentlich interessiert.

Was wie ein Biopic aussieht, ist keines: Beth Harmon, die sich hier so erfindungsreich und talentiert in der Männerdomäne des strategischen Brettspiels und auch gegen ihre eigenen Abgründe aus Traumata und Drogensucht durchsetzt, ist eine Erfindung des Romanautors Walter Tevis aus den frühen Achtzigern.

Regisseur und Autor Scott Frank („Out of Sight“, „Logan“), 60, sowie sein Co-Autor Allan Scott („Wenn die Gondeln Trauer tragen“), 81, zeigen, dass auch ältere Herrschaften mitreißende Emanzipationsgeschichten erzählen können. Und die sowieso immer wieder faszinierende Anya Taylor-Joy (bekannt aus „The Witch“, „Split“ und „Vollblüter“) dürfte mit diesem Instant-Klassiker wohl endgültig und endlich zum Weltstar werden.

Bewertung: Herausragend. (5 von 5 Punkten)

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