„Lupin“: Clevere Hommage an den französischen Premiumverbrecher
Neuinkarnation eines Meisterdiebs

Die Geschichten um den Meisterdieb Arsène Lupin kennt in Frankreich fast jeder. Diese neue Netflix-Produktion frischt sie nun auf – als geschickte Hommage, in der ein senegalesischer Migrant auf den Pfaden des Meisterdiebs wandelt.

Donnerstag, 28.01.2021, 13:04 Uhr
Assane Diop (Omar Sy) ist entzückt von dem legendären Collier.
Assane Diop (Omar Sy) ist entzückt von dem legendären Collier. Foto: Emmanuel Guimier/Netflix

Was den Briten ihr Sherlock, ist den Franzosen Arsène Lupin – bloß auf der anderen Seite des Gesetzes. Rund 20 Romane schrieb Maurice Leblanc über den Meisterdieb mit Zylinder und Monokel, bei uns in Deutschland ist er vor allem auch durch eine Fernsehserie aus den Siebzigern bekannt geworden. Anders als der Brit-Hit „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch ist „Lupin“ (die ersten fünf Folgen der Serie sind abrufbar, weitere fünf folgen später im Jahr) nun aber keine modernisierte Verfilmung der Bücher, sondern eine kluge Hommage.

Die französisch-amerikanische Produktion dreht sich um Assane Diop , einen Pariser Profidieb mit senegalesischem Migrationshintergrund, der als Kind einen Lupin-Roman von seinem Vater geschenkt bekam und der Langfingerlegende seither hinterhereifert. Wie Lupin bedient er sich immer neuer Verkleidungen und ausgefuchster Ablenkungsmanöver, um gewagte Diebstähle durchzuziehen – von Regisseur Louis Leterrier („Der unglaubliche Hulk“) wird das in bester „Ocean’s Eleven“-Manier inszeniert.

Gleich zu Beginn geht’s um Marie Antoinettes Collier im Louvre: Assanes Vater war dereinst gezielt fälschlich bezichtigt worden, das Schmuckstück einer reichen Industriellenfamilie entwendet zu haben, woraufhin er sich im Gefängnis das Leben nahm. Dieses Trauma und Assanes Detektivarbeit in einer Sache, die deutlich auf den mal subtilen, mal offenkundigen Rassismus aufmerksam macht, der ihm und seiner Familie entgegenschlägt, bildet den roten Faden der Episoden, in denen ansonsten die unterhaltsamen Raubzüge den Ton angeben.

Omar Sy, Star aus „Ziemlich beste Freunde“, trägt die Serie wie erwartet locker auf seinen Schultern, aber auch der Rest der Besetzung – etwa Ludivine Sagnier als Assanes Ex-Frau – spielt stark.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7788308?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819671%2F
Nachrichten-Ticker