Der amtierende „Spider-Man“ Tom Holland wertet sogar die Sucht-Schnulze „Cherry“ auf
Diesmal ohne Spinnenzauber

Der Brite Tom Holland schafft es vom Kinder-Musicalstar auf die Kino-Leinwand. Als „Spider-Man” gelangte er zu Weltruhm. Für die Unzulänglichkeiten des neuen Soldatendramas „Cherry” kann er nichts.

Donnerstag, 18.03.2021, 12:56 Uhr
Cherry (Tom Holland) und seine geliebte Emily (Ciara Bravo) ruinieren ihr Leben, dann läutern sie sich.
Cherry (Tom Holland) und seine geliebte Emily (Ciara Bravo) ruinieren ihr Leben, dann läutern sie sich. Foto: AGBO

Wer unter der roten Gummikluft von Spider-Man steckt, haben inzwischen selbst Verächter der Marvel-Comicwelten mitbekommen: ein Teenager namens Peter Parker. Weil Spidey immer weitermachen muss, Jünglinge hingegen zu Männern mit schütterem Haar heranreifen, muss der Superheld ständig neu besetzt werden. Tom Holland , der dritte Spider-Man in 15 Jahren, ist der bislang wohl teenagerhafteste Peter Parker – doch selbst er ist längst kein Teenie mehr. Verständlich also, dass der Brite mal was Erwachseneres machen wollte. In „Cherry“ spielt er einen süchtigen Soldaten. Dazu gleich mehr, zunächst gibt’s die Holland-Karriere in drei Schritten.

  • Das Debüt: Als Tom Holland im Tsunami-Drama „The Impossible“ als Sohn von Naomi Watts erstmals auf der Leinwand erschien, war er gerade mal 15, hatte aber schon zwei Jahre als „Billy Elliot“ auf der Londoner Musicalbühne hinter sich. Es gab jede Menge Lob – doch Holland begann erst mal eine Schreinerlehre in Wales.
  • Der Durchbruch: 2016 wurde er als dritter Spider-Man ausgewählt und in „The First Avenger: Civil War“ ins Marvel Cinematic Universe (MCU) eingeführt. Seither trat er in zwei „Spider-Man“- und zwei „Avengers“-Abenteuern auf, eine neue Spidey-Folge ist für Ende Oktober im Kino angekündigt. Mal sehen, ob Marvel mit seinem juvenilen Superhelden sogar eines Tages in die Midlife-Krise geht.
  • Die Holland-Tipps: Auch jenseits des Spinnenmanns findet man starke Holland-Auftritte. In der Golden-Globe-gekrönten Miniserie „Wölfe“ nach Hilary Mantel überzeugt er als Thomas Cromwells Sohn im Intrigendickicht am Hof Heinrichs VIII., in „Die versunkene Stadt Z“ schlägt er sich durch den Regenwald.
  • Und was ist mit „Cherry“? Den kann man getrost übersehen. Unter Anleitung der „MCU“-Regiebrüder Anthony und Joe Russo spielt der inzwischen 24-Jährige einen Soldaten namens Cherry, der von Oxycodon abhängig wird, auf die schiefe Bahn gerät, Banken ausraubt und das Leben mit seiner geliebten Emily ruiniert – moralische Läuterung inklusive. In zweieinhalb zähen Stunden versuchen die Russos, den übersteuerten Marvel-Inszenierungsstil auf ein Drogen-, Kriegs- und Liebesdramamischmasch anzuwenden, das auch noch die Opioid-Krise in den USA thematisieren soll. Das ging schief. Immerhin: Tom Holland überzeugt selbst hier.
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