Film
«Magic in the Moonlight»: Liebeskomödie von Woody Allen

Berlin (dpa) - Trickbetrüger und Illusionskünstler stehen in der Kinobranche hoch im Kurs. Immer wieder werden Filmfiguren vorgeführt, die die cineastische Wirklichkeit zu ihren Gunsten verdrehen wollen – wie etwa Nicolas Cage als Trickbetrüger in «Matchstick Men» oder Leonardo DiCaprio in «Catch Me If You Can».

Donnerstag, 27.11.2014, 09:11 Uhr

Zauberkünstler Stanley Crawford (Colin Firth) ist von Sophies (Emma Stone) hellseherischen Fähigkeiten beeindruckt. Foto: Jack English/Gravier Productions, INC.
Zauberkünstler Stanley Crawford (Colin Firth) ist von Sophies (Emma Stone) hellseherischen Fähigkeiten beeindruckt. Foto: Jack English/Gravier Productions, INC. Foto: dpa

Die Tricks spiegeln dabei letztlich auch die Tätigkeit des Filmregisseurs wider, der sich auf der Leinwand ebenfalls als Künstler der Illusionen gibt. Nun versucht Woody Allen sein Glück: «Magic in the Moonlight» erzählt von Trickbetrügern, die zwischen Schein und Sein wechseln und dabei selbst etwas die Orientierung verlieren.

Oscar-Preisträger Colin Firth («The King's Speech») spielt den Briten Stanley , der sich in den 1920er Jahren als chinesischer Zauberer verkleidet und mit seinen Taschenspielertricks großen Erfolg auf Bühnen quer durch Europa hat. Hinter der Zaubererkulisse gibt sich Stanley als Rationalist, der Magie jedweder Art kategorisch ausschließt: Es gibt keinen siebten Sinn, nur Zufälle, ist er überzeugt. So sind dann auch seine Bühnentricks stets mit verborgenen Falltüren oder kaum sehbaren Fäden erklärbar.

Eines Tages taucht sein alter Freund Howard bei ihm auf und bittet um Hilfe. Howard berichtet, ein gut betuchter Bekannter habe sich in eine junge Wahrsagerin verguckt. Nun befürchtet die Familie des kopfüber verliebten Bekannten, der jungen Wahrsagerin gehe es keineswegs um Gefühle, sondern um das Vermögen der Familie. Ausgerechnet Illusionskünstler Stanley soll der mutmaßlichen Schwindlerin an der französischen Côte d'Azur das Handwerk legen. Die jedoch zeigt erstaunlich präzise hellseherische Eingebungen - und so sinniert Stanley alsbald, ob es überirdische Kräfte vielleicht doch geben könnte.

Der inzwischen fast achtzigjährige Woody Allen bleibt unermüdlich. Jahr um Jahr kommt mindestens ein neues Werk von ihm heraus, zur Freude von Fans und manchen Filmkritikern. Zuletzt gewann Cate Blanchett einen Hauptdarsteller-Oscar für das intensive Drama «Blue Jasmine» unter Allens Anleitung, das Drehbuch für den Film vom Altmeister selbst bekam immerhin eine Oscarnominierung.

«Magic in the Moonlight» hingegen schafft es nicht, an den Vorjahreserfolg anknüpfen; zu klischeehaft ist die Handlung, zu stereotyp sind die Figuren. Emma Stone («Spiderman 2») kann als elfengleiches Wesen noch so großäugig-anmutig in die Kamera blicken, die titelgebende Magie ist nicht spürbar. Dass Colin Firth als britischer Gentleman in seiner Standardrolle besetzt ist, ist ebenso wenig überraschend wie die Story an sich. Die einzig mögliche Magie ist die Liebe, so lässt sich das Happy Ending verstehen. Solide gemacht, aber absehbar – bei der Bewertung von Taschenspielertricks dürfte das nah dran sein an der Höchststrafe.

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