Film
Filmfest Hamburg auf Entdeckungstour

Mehr als 170 Beiträge von Regisseuren aus aller Welt zeigt das Hamburger Filmfest. Zehn Tage lang werden Debüts und Werke von renommierten Filmemachern gezeigt. «Das brandneue Testament» zum Auftakt, das «Paradies» am Ende.

Mittwoch, 16.09.2015, 15:09 Uhr

Catherine Deneuve kommt zum Filmfest Hamburg.
Catherine Deneuve kommt zum Filmfest Hamburg. Foto: Georg Wendt

Hamburg (dpa) - Das Hamburger Filmfest wird mit der Grande Dame des französischen Kinos starten: Catherine Deneuve kommt zur Eröffnung des Festivals in die Hansestadt und erhält zugleich die renommierteste Auszeichnung des Filmfests.

Die 71-Jährige wird nach der Deutschlandpremiere von Jaco Van Dormaels Werk «Das brandneue Testament» am 1. Oktober mit dem Douglas-Sirk-Preis geehrt, wie Filmfestchef Albert Wiederspiel sagte. 

Bevor sie die Ehrung entgegennimmt, ist die Schauspielerin im Eröffnungsbeitrag des belgischen Regisseurs Van Dormael zu sehen. Die Tragikomödie zeigt Gott als cholerisches Scheusal, dessen zehnjährige Tochter den Computer des Vaters hackt und an jeden Erdenbewohner das persönliche Sterbedatum verschickt.

172 Filme aus 52 Produktionsländern präsentieren die Festivalmacher bis zum 10. Oktober. 34 Mal sind es Weltpremieren, 96 Mal Deutschlandpremieren. Preisgelder in Höhe von insgesamt 90 000 Euro werden vergeben. Der Douglas-Sirk-Preis ist undotiert und wird jedes Jahr an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um Filmkultur und Filmbranche verdient gemacht hat. Im vergangenen Jahr ging er an den Hamburger Regisseur Fatih Akin.

Wiederspiel erklärte, man habe eine «gewisse Vorliebe für politische Filme» und versuche, Produktionen zu finden, die Beiträge zu aktuellen Debatten leisteten. Der Brite Sean McAllister etwa liefert mit dem Dokumentarfilm «A Syrian Love Story» einen bedrückend aktuellen Beitrag, wie die Veranstalter betonten. Über fünf Jahre lang habe er die Liebes- und Fluchtgeschichte einer syrischen Familie verfolgt - «ein sehr bewegender, wichtiger Film», sagte Jens Geiger von den Programmverantwortlichen. Das iranische Mädchen-/Frauendrama «Paradise», das laut Veranstaltern «mit feiner Lakonik das männliche Machtmonopol in der iranischen Gesellschaft» beschreibt, beendet den Filmreigen.  

Parallel läuft das 13. Michel Kinder- und Jugendfilmfest, dessen Angebot vom Bilderbuchkino («Meine Freundin Conni») über Animationsfilme («Das Lied des Meeres») bis hin zum Dokumentarfilm («Malala - Ihr Recht auf Bildung») reicht.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3513037?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819669%2F4840699%2F4840703%2F
Nachrichten-Ticker