Film
Hamburger Filmfest startet mit Catherine Deneuve

Mehr als 50 Länder sind auf dem Hamburger Filmfest vertreten. Vor allem relativ unbekannte Flecken auf der Weltkarte des Kinos will es sichtbar machen. Zum Auftakt aber hat sich eine Leinwand-Ikone angesagt.

Mittwoch, 30.09.2015, 12:09 Uhr

Film : Hamburger Filmfest startet mit Catherine Deneuve
Foto: Ian Langsdon

Hamburg (dpa) - Zum Start bringt eine Diva Glanz und Glamour auf den roten Teppich, ansonsten ist den Machern des Hamburger Filmfests der Promi-Faktor weniger wichtig. 

«Es ist doch schön, so eine Eröffnung mit Stil und Eleganz machen zu können - Catherine Deneuve ist eine der größten europäischen Kino-Ikonen, die wir haben», sagte Filmfestchef Albert Wiederspiel der Deutschen Presse-Agentur .

Unter seiner Regie sind von Donnerstag (1. Oktober) an zehn Tage lang 172 Filme aus 52 Ländern zu sehen. Rund 50 000 Besucher werden erwartet. Prominente Gäste kommen ebenfalls zum Festival, aber: «Im Vordergrund stehen bei uns die Filme.»

Die 71-jährige Deneuve darf auch gleich die renommierteste Ehrung der Veranstaltung mitnehmen: den Douglas-Sirk-Preis für Verdienste um die Filmkultur und Filmbranche. Den verleihen die Hamburger seit 1995, Deneuve ist erst die vierte Frau, die ihn bekommt. «Sie hat mit ihrem Spiel Generationen von Schauspielern geprägt und ist zugleich eine extrem mutige Schauspielerin, die auch mit jungen Regisseuren arbeitet und Nebenrollen annimmt», sagte Wiederspiel. So wie in Jaco van Dormaels Werk «Das brandneue Testament», mit dem der Filmreigen an der Elbe startet.

Etwa 20 Beiträge aus dem Festivalprogramm haben nach Angaben der Veranstalter einen Verleih in Deutschland, alle anderen werden hierzulande nicht anlaufen. «Unser Kinomarkt ist dominiert von Amerikanern, dann kommen die Deutschen und dann gibt es einen Restprozentsatz für alle anderen Länder», sagte Wiederspiel. «Man freut sich doch gigantisch, wenn mal ein iranischer Film wie «Taxi Teheran» hier gut läuft. Die Rolle von Festivals ist es, alle anderen Länder im Kino zu präsentieren.»

Die Vorliebe der Festivalmacher gilt dem Politischen. «Filmfeste sollten nicht abgekapselt sein von aktuellen Debatten», sagte Wiederspiel. «Wir leben alle in extrem turbulenten Zeiten. Da kann man kein Friede-Freude-Eierkuchen-Festival machen und nur Schönes aus Hollywood zeigen.»

Der Brite Sean McAllister etwa liefert mit dem Dokumentarfilm «A Syrian Love Story» einen höchst aktuellen Beitrag: Über fünf Jahre verfolgte er die Liebes- und Fluchtgeschichte einer syrischen Familie. Aus dem Irak kommt der zweiteilige Dokumentarfilm «Homeland (Iraq Year Zero)» - eine Familienchronik in Zeiten von Diktatur und Besatzung.

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