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«Hallo Hallo»: Komödie über das Leben und das Glück

Eine Krankenschwester lächelt sich durch ihr Leben, während ihr alle auf der Nase herumtanzen. Und dann ist plötzlich Schluss. Die schwedische Komödie «Hallo Hallo» zeigt, wie eine Frau aus ihrem Leben ausbricht.

Sonntag, 15.11.2015, 17:11 Uhr

Film : «Hallo Hallo»: Komödie über das Leben und das Glück
Foto: Peter Widing

Berlin (dpa) - Was tun, wenn der Ehemann einen sitzen lässt? Erst einmal lächeln und alles runterschlucken. Macht jedenfalls Disa, die gutmütige Krankenschwester in der schwedischen Komödie «Hallo Hallo».

Regisseurin Maria Blom zeigt das Leben einer Frau, die sich alles gefallen lässt und sich dabei selbst verliert, bis sie merkt, dass sich etwas ändern muss. Das ist zwar ein wenig konstruiert, Charme und Witz hat der heitere Film trotzdem jede Menge. Beim Filmfest Hamburg und den Nordischen Filmtagen gewann das Werk die Publikumspreise.

Disa lächelt immer, und wenn sie jemanden begrüßt, sagt sie grundsätzlich zweimal Hallo, so als traue sie ihrem eigenen Wort nicht. Aber manchmal muss Disa einfach laut schreien - draußen in der Natur, wo es niemand hört. Im Alltag funktioniert die zweifache Mutter und steckt alles weg - lässt sich auf der Arbeit von ihren Patienten bespucken, von ihrem Ex-Mann verletzen und von ihren Eltern kritisieren.

Allmählich bröckelt die Fassade. Ihr Ex-Mann meint es ernst mit seinem neuen Leben, die Arbeit auf der Krankenstation wird immer anstrengender. Dann taucht plötzlich der charmante Kent auf: vierfach geschieden («Ich glaube einfach an die Liebe!»), Vater mehrerer Kinder und unverschämt gut aussehend. Und er ist auch noch zu haben - «Ich bin so frei wie der Parkplatz in einem Kaff.»

Schmunzelnd kann der Zuschauer verfolgen, wie aus der schüchternen Disa allmählich das herausbricht, was sie bewegt. Das ist besonders wegen der sympathischen Hauptdarstellerin Maria Sid amüsant. Sie macht aus Disa niemand besonderen, sondern eine Frau, wie sie jeder kennt - und wie man selbst sehr gut sein könnte. Nebendarsteller wie Tina Råborg als Wenche, die quirlige Bekannte oder Johan Holmberg als Frauenschwarm Kent sind genauso wunderbar.

Regisseurin Blom ist mit «Hallo Hallo» eine leichte Komödie mit witzigen Dialogen und Tiefgang gelungen. Das lässt über den doch recht vorhersehbaren Plot hinwegsehen. Blom selbst sagte über den Film, ihr sei klar, dass das Sich-Selbst-Finden ein Klischee sei. «Aber in diesem Fall ist es wahr. Es ist eine Reise dahin, sich selbst zu lieben und dadurch die Welt und ihre kleinen Wunder zu sehen. Etwas, was wir alle tun, viele Male im Leben.»

Denn es geht natürlich nicht nur um Disa, sondern um uns alle. «Woher will man wissen, wer man wirklich ist? Und woher weiß man, dass man glücklich ist?», fragt Disa. Sie findet ihre Antwort. Die Zuschauer denken vielleicht darüber nach.

(Hallo Hallo, Schweden 2014, 97 Min., FSK ab 0, von Maria Blom, mit Maria Sid, Johan Holmberg)

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