Silberner Bär
Paula Beer über «Undine» und ihren Filmpartner

Bei der Berlinale geht eine hohe Auszeichnung auch an die deutsche Schauspielerin Paula Beer. Die 25-Jährige wirkt ziemlich überrascht.

Sonntag, 01.03.2020, 14:31 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 14:36 Uhr
Ein Kuss für den Silbernen Bären: Paula Beer.
Ein Kuss für den Silbernen Bären: Paula Beer. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - Paula Beer ist gerade erst 25 Jahre alt - und hat nun sogar schon einen Silbernen Bären als beste Schauspielerin gewonnen. Bei der Berlinale wurde sie für ihre Leistung in Christian Petzolds Liebesdrama «Undine» ausgezeichnet. Ein Interview mit der Deutschen Presse-Agentur nach der Preisverleihung am Samstagabend in Berlin.

Frage: Sie haben mit Ihren 25 Jahren bereits einige Preise gewonnen. Was ist das Besondere an einem Bären?

Antwort: Es ist so unwahrscheinlich, finde ich, dass man überhaupt mit einem Film hier im Wettbewerb (der Berlinale) läuft. Allein das ist schon ein Geschenk. Und dann noch am Ende einen Bären zu bekommen, hätte ich irgendwie nie gedacht.

Frage: Es ist schon Ihr zweiter Film mit dem Regisseur Christian Petzold. Was zeichnet die Arbeit mit ihm aus?

Antwort: Es für mich das erste Mal, dass ich mit jemandem überhaupt einen zweiten Film mache. Wenn man sich schon vertraut durch eine Arbeit und man sich so schon anders kennengelernt hat, dann erleichtert das die zweite Zusammenarbeit sehr - weil man eben nicht mehr damit beschäftigt ist zu verstehen, wie der andere funktioniert. Wenn man sich dann respektiert und schätzt, macht es einfach wahnsinnig Spaß und man kann sich viel freier bewegen als beim Dreh davor. Christian ist jemand, der den Leuten, die er in sein Team holt, einfach unfassbar vertraut. Das schafft eine ganz besondere Arbeitsatmosphäre, an der man merkt, dass man Zeit hat, um Geschichten zu erzählen.

Frage: Sie spielen in «Undine» mit Franz Rogowski ein Liebespaar. Was ist dabei die besondere Herausforderung?

Antwort: Ich glaube, dass die Kamera jede Lüge oder alles, was nicht stimmt, einfängt. Deswegen erfordert es schon, dass man weiß: Wie sind diese Figuren als Paar - und wie komme ich mit meinem Spielpartner klar? Gerade wenn man ein Paar spielt, muss man sich ja nochmal viel mehr öffnen. Mit Franz zu spielen ist einfach ein Riesengeschenk, und deswegen finde ich, dass dies auch eigentlich für uns beide ein Preis ist. Denn ohne Franz hätte ich da wahrscheinlich gar nicht gestanden.

Frage: Wann wird es den nächsten Film mit Christian Petzold geben?

Antwort: Das müssen wir mal Christian fragen! Mal schauen - wenn er was geschrieben hat, weiß man mehr.

ZUR PERSON: Paula Beer wurde 1995 in Mainz geboren, wuchs überwiegend in Berlin auf und lebt auch dort. Die Schauspielerin sammelte schon als Kind erste Bühnenerfahrung. Mit 14 spielte sie ihre erste Filmrolle in «Poll» von Regisseur Chris Kraus. Für ihre Leistung in «Frantz» des Franzosen François Ozon bekam sie 2016 bei den Filmfestspielen von Venedig den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin. Seit 2018 gehört Beer zu den Stars der Fernsehserie «Bad Banks».

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7303692?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819669%2F
Nachrichten-Ticker