Pandemien als Filmthema
Der giftige Kern wird attackiert

Münster -

Filme mit bedrohlichen Viren und Pandemien? Gibt es reichlich. Eine kleine Auslese aus mehreren Jahrzehnten Filmgeschichte.

Donnerstag, 26.03.2020, 17:12 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 20:14 Uhr
Verzweiflungstat im Pandemie-Film „Contagion“ von Steven Soderbergh: Die Medizinerin Dr. Leonora Orantes (Marion Cotillard) wird in Hongkong entführt, um einer kleinen Gruppe zu helfen und zugleich Medizin zu erpressen.
Verzweiflungstat im Pandemie-Film „Contagion“ von Steven Soderbergh: Die Medizinerin Dr. Leonora Orantes (Marion Cotillard) wird in Hongkong entführt, um einer kleinen Gruppe zu helfen und zugleich Medizin zu erpressen. Foto: Warner Bros. France

In Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ (1957) spielt der vor einigen Tagen gestorbene Max von Sydow einen Ritter, der nach der Heimkehr aus dem Gemetzel der Kreuzzüge im Schweden des Spätmittelalters auf die Pest und ihre Folgen trifft. Da kriechen Infizierte über die Wege, eine Prozession Flagellanten peitscht sich die Sünden aus geplagten Leibern und der personifizierte Tod wird mit dem Ritter Schach spielen.

Bergmans Jahrhundertfilm, dessen großartige Bilder bei Filmen mit der Thematik Viren und Pandemien kaum je wieder erreicht wurden, enthält bereits die Motive, von denen Existenz-Thriller dieser Art leben. Immer geht es um Angst und Ansteckung, die Auflösung der Zivilisation und das Brechen der Dämme, die eine Gesellschaft zusammen halten. Im Subgenre der Action-Filme dann dreht sich alles mit aufgeputschter Spannungsdramaturgie um den Kampf gegen das Übel.

Das Böse des heimtückischen Gegners wird dann in inzwischen unzähligen Filmen mit Zombies angegangen, die als rasende Wutbürger mit jedem Biss den Normalo in das Biest verwandeln („28 Days Later“). Filme dieser Art von „World War Z“ kennen nur ein Mittel: Mit Wumme und Waffen jeder Art den Untoten in Brei verwandeln. Die Kreaturen des Düsteren stammen aus dem All („Alien“), entweichen aus Labors („Resident Evil“), sorgen für das Ende der Welt und neue Welten („Planet der Affen“). Da hilft auch keine „Quarantäne“ (2009, sehr spannend).

Realistische Filme kreisen um konzertierte Hilfsaktionen. Bester Film ist der mit Forschern und der Weltgesundheitsbehörde operierende Katastrophenthriller „Contagion“ (2011), in dem Weltstars wie Marion Cotillard, Matt Damon und Kate Winslet den giftigen Kern der Pandemie attackieren. Ein deutscher Vorläufer von „Contagion“ ist „Die Hamburger Krankheit“ (1978), wo die Menschen wie Fliegen sterben, Massenquarantänelager eingerichtet werden und die Stadt abgeriegelt wird. Ein Nachzügler ist die deutsche „Endzeit“ (2018), wo die Dänin Trine Dyrholm als Mutter Natur die einzige Hilfe zu sein scheint.

Hoffnung entsteht durch Forscher wie Dustin Hoffman in „Outbreak“ (1995), der ein Gegenmittel entwickelt, während die unnachsichtigen Militärs die Welt zerbomben wollen. Ein gewisser Herr mit der Kennziffer 007 kann es besser. In „Moonraker“ (1979) will ein größenwahnsinniger Industrieller die Menschheit von seiner Raumstation aus mit Viren vernichten. Nicht, wenn Roger Moore als James Bond ins All abhebt. Danke, James!

Trailer: Das siebente Siegel

Trailer: 28 Days Later

Trailer: World War Z

Trailer: Contagion

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