Filmmusik
Asturien-Preise für Morricone und Williams

Die Prinzessin-von-Asturien-Auszeichnungen gelten als «die spanischen Nobel-Preise» und sind nach der spanischen Thronfolgerin benannt. Sie werden alljährlich in acht Sparten vergeben.

Freitag, 05.06.2020, 18:12 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 18:14 Uhr
Komponist Ennio Morricone bei seiner "The Farewell Tour" 2019 in Berlin.
Komponist Ennio Morricone bei seiner "The Farewell Tour" 2019 in Berlin. Foto: Christoph Soeder

Oviedo (dpa) - Der italienische Filmmusik-Komponist Ennio Morricone und sein US-Kollege John Williams erhalten dieses Jahr den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Künste. Beide sind mit der Musik für berühmte Filme weltweit bekannt geworden.

So komponierte der Oscarpreisträger Morricone (91) die Musik zu dem Western «Spiel mir das Lied vom Tod». Williams (88) schrieb die Musik für viele von Steven Spielbergs Filmen wie etwa «Der Weiße Hai» sowie unter anderem auch für einige der ersten Filme der Harry Potter-Reihe in der Regie von Chris Columbus.

Morricone sei einer der produktivsten Filmkomponisten der Welt mit mehr als vierhundert Film- und Fernsehsoundtracks, begründete die Jury bei der Bekanntgabe der Sieger am Freitag in Oviedo in Nordspanien ihre Entscheidung.

Zur Vergabe des Preises an Williams schrieb die Jury, der Hollywood-Altmeister sei einer der renommiertesten Orchesterkomponisten der Neuzeit und habe die Musik für einige der bekanntesten Soundtracks der Filmgeschichte geschaffen, darunter auch für «Schindlers Liste», «Jurassic Park» und die ersten drei Filme der Harry Potter-Reihe. Auch der wohl beliebteste Soundtrack der Filmgeschichte, der für die «Star Wars»-Saga unter Regisseur George Lucas, gehe auf das Konto des Oscarpreisträgers.

Morricone sagte in einem Interview im vergangenen Herbst, er wolle nun kürzer treten und kaum noch komponieren. «Ich habe gerade erst fünf Filme abgelehnt, drei italienische und zwei amerikanische, ich will keine Soundtracks mehr komponieren.» Eine Ausnahme mache er nur für seinen Landsmann Giuseppe Tornatore (63). Er dirigiere lieber Konzerte. Zugleich beklagte Morricone einen Niedergang der Filmmusik. «Früher gab man Geld aus, jetzt neigt man dazu, mit Synthesizern und Dilettanten bei der Musik zu sparen», sagte er.

Die Prinzessin-von-Asturien-Auszeichnungen gelten als «die spanischen Nobel-Preise» und sind nach der spanischen Thronfolgerin benannt. Sie werden alljährlich in acht Sparten vergeben. Der diesjährige Asturien-Preis in der Sparte Eintracht war zuvor schon dem medizinischen Personal, das im Corona-Hotspot Spanien seit Monaten die Pandemie bekämpft, zuerkannt worden. Die anderen Preisträger werden in den nächsten Wochen und Monaten nach und nach bekannt gegeben werden. Die Preisträger erhalten jeweils 50 000 Euro und die Nachbildung einer Statue von Joan Miró. Die Auszeichnungen werden voraussichtlich Ende Oktober von König Felipe VI. in Oviedo überreicht.

© dpa-infocom, dpa:200605-99-321853/4

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