Schön bunt
Tapetenkunst von Albaniens Ministerpräsident in Rostock

Wenn der Politiker Edi Rama zeichnet, fällt es ihm leichter, sich in Verhandlungen oder bei Telefonaten zu konzentrieren. Bilder, die so entstanden sind, können jetzt in Norddeutschland betrachtet werden.

Sonntag, 18.11.2018, 15:26 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 15:20 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 18.11.2018, 15:26 Uhr
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama vor seinem Werk.
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama vor seinem Werk. Foto: Danny Gohlke

Rostock (dpa) - Sie sind schrill-bunt und ihr Schöpfer ist Künstler und Politiker: Tapeten, die Albaniens Ministerpräsident Edi Rama künstlerisch gestaltet hat, zeigt die Rostocker Kunsthalle.

2015 habe er erstmals in Deutschland ausgestellt, sagte der Künstler und Politiker aus dem Balkanstaat bei der Eröffnung der Schau am Samstag vor rund 100 Gästen in Rostock. Eine Münchner Galerie zeigte damals Werke von ihm. Wie Albanien auf den EU-Eintritt warte, habe er lange warten müssen, um seine Kunst nun in einem Museum in Deutschland zeigen zu können.

Auf sieben Meter langen Tapetenbahnen sind in Rostock mal Tiere abgebildet und mal Menschen oder Pflanzen. Zudem sind Arbeiten zu sehen, bei denen Tagespläne, Vorlagen und Terminkalender als Zeichenpapier herhielten. Gezeichnet hat der 54-Jährige während dienstlicher Gespräche, Verhandlungen und Telefonate. «Zeichnen ist für mich wie eine konzentrationssteigernde Tablette», sagte er in einem Interview in diesem Sommer mit der Wochenzeitung «Die Zeit».

Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann sagte: «Ich habe Ramas Kunst vor drei Jahren in einer Berliner Galerie gesehen und konnte ihn im vergangenen Jahr bei einem Besuch in Tirana überzeugen, nach Rostock zu kommen.» Als Geschenk übergab ihm Rama eine Grafik, die er beim vergangenen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gezeichnet hatte.

Edi Rama, dessen Kunst weltweit gezeigt wird, wurde 1964 als Sohn einer Ärztin und des systemtreuen Bildhauers Kristaq Rama in Tirana geboren. Er studierte dort an der Akademie der Künste. 1994 ging er ins Künstlerexil nach Paris. Als sein Vater starb, fuhr er zur Beerdigung zurück nach Tirana, wo der damals amtierende Ministerpräsident ihn darum bat, Kulturminister zu werden. 1998 übernahm Rama dieses Amt. Im Jahr 2000 wurde er Bürgermeister von Tirana - und 2013 Ministerpräsident.

Die Schau ist bis 6. Januar in der Kunsthalle zu sehen.

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