350. Todesjahr
«Rembrandts Strich» in Dresden

Noch eine Rembrandt-Ausstellung? Vor allem die Niederlande feiern die Kunst des Meisters im 350. Todesjahr. Der Barockmaler, der als Genie des Goldenen Zeitalters gilt, ist nun auch in Dresden präsent - auf Höchstniveau.

Donnerstag, 13.06.2019, 15:09 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 15:12 Uhr
Ein Kameramann steht vor dem Rembrandt-Werk «Rembrandt und Saskia im Gleichnis vom verlorenen Sohn».
Ein Kameramann steht vor dem Rembrandt-Werk «Rembrandt und Saskia im Gleichnis vom verlorenen Sohn». Foto: Sebastian Kahnert

Dresden (dpa) - Selbstporträts und Hundertguldenblatt: Mit einer opulenten Ausstellung zum grafischen Werk reiht sich das Dresdner Kupferstich-Kabinett in die internationale Ehrung für Rembrandt (1606-1669) in dessen 350. Todesjahr ein.

Das Museum der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) zeigt bis zum 15. September unter dem Titel «Rembrandts Strich» mehr als 150 Werke aus eigenem Bestand sowie bedeutende internationale und private Leihgaben. «Es geht um die Frage des Strichs, wir betrachten den Kern und Rembrandt als Ganzes», sagte Direktorin Stephanie Buck am Donnerstag am Donnerstag vor der Eröffnung.

Die Schau konzentriert sich auf das, was in der Grafik als wesentlich gilt. «Im Strich erweist sich die Qualität», sagte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann . Die spürbare Nähe des Künstlers mache die Faszination für Rembrandt aus, der den Strich bis zur absoluten Dunkelheit verdichtete. Zu den Preziosen aus eigenem Bestand kommen internationale und private Leihgaben.

Den Auftakt machen 20 Selbstbildnisse zwischen dem ersten von 1628 und dem letzten von 1658, als Rembrandt Bankrott anmeldete. «Er hat sich immer wieder angeschaut, mit dem Blick erforscht», sagte Buck. «Frühe kleinformatige Radierungen sind Affektstudien», sagte Experte Jürgen Müller von der TU Dresden. Rembrandt habe sich selbst vor dem Spiegel studiert, «um zu wissen, wie sieht jemand aus, der wütend ist, der verängstigt ist, der erstaunt ist».

Zu den Highlights der Schau gehören auch Porträts seiner Frau Saskia und das «Hundertguldenblatt». Saskia, die Rembrandt 1634 heiratete, ist ein ganzes Kapitel gewidmet - mit gut einem Dutzend Blättern. Dazu zählt die Zeichnung «Saskia im Bett» mit Pinsel und Feder von 1638. «Es ist eins von unseren Starblättern, eine Skizze nach dem Leben», sagte Buck. Als Sensation gilt die Leihgabe des Brautbildnisses von 1633, eine Silberstiftstudie, aus dem Berliner Kupferstichkabinett. «Eigentlich wird die "Mona Lisa der Zeichenkunst" nie ausgeliehen.»

Aus dem eigenen Depot kommt die Radierung «Christus predigend» (um 1648), bekannt als «Hundertguldenblatt». Das wird so genannt, weil dafür 100 Gulden geboten wurden. Erstmals versammelt sind auch alle Vorzeichnungen dazu: aus London, Berlin, dem Pariser Louvre, dem Rijksmuseum Amsterdam und aus New Yorker Privatbesitz.

Ergänzt wird die Schau um etwa 50 Arbeiten von Zeitgenossen und Schülern bis zu Gegenwartskünstlern. Werke von Samuel van Hoogstraten, Benedetto Castiglione, Francisco de Goya, Albrecht Dürer, Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Pablo Picasso, Henri de Toulouse-Lautrec oder Gerhard Altenbourg bis zu A.R. Penck, Marlene Dumas, William Kentridge oder Slawomir Elsner markieren Rembrandts Spur bis in die Gegenwart. Die Kuratoren konnten aus dem Vollen schöpfen: das Dresdner Museum bewahrt 282 der rund 310 Radierungen des Meisters, eine sehr bedeutende Sammlung seiner Zeichnungen und reichlich Arbeiten der späteren Künstler.

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