Power 100
MoMA-Direktor Lowry ist der Mächtigste in der Kunst

Die jährliche Rangliste «Power 100» gilt als ein Gradmesser für die Machtverhältnisse in der internationalen Kunstwelt. Dieses Jahr wird das wachsende Misstrauen gegen die Macht des Geldes deutlich. Protest mischt den Kunstbetrieb auf.

Donnerstag, 14.11.2019, 09:56 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 09:58 Uhr
Glenn D. Lowry ist seit 1995 Direktor des Museum of Modern Art. Sein Vertrag läuft bis 2025.
Glenn D. Lowry ist seit 1995 Direktor des Museum of Modern Art. Sein Vertrag läuft bis 2025. Foto: Stephanie Pilick

London/Berlin (dpa) - Glenn D. Lowry , Direktor des frisch sanierten Museum of Modern Art (MoMA) in New York, ist laut Kunstranking «Power 100» die derzeit einflussreichste Persönlichkeit in der Kunstwelt.

Das britische Kunstmagazin «ArtReview» setzte Lowry in der am Donnerstag veröffentlichten Rangliste für 2019 auf Platz eins.

Lowry wolle nach dem Ausbau des weltberühmten MoMA nicht einfach nur mehr Werke zeigen, sondern biete eine globalere und pluralistischere Sicht auf die Kunstgeschichte, so die anonyme Jury aus rund 30 Künstlern, Kritikern und Kuratoren aus aller Welt. Mit dieser Initiative sei das MoMA zwar nicht das erste Museum, aber kein anderes Museum könne es als Referenz mit der MoMA-Sammlung von Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts aufnehmen.

Von Platz 19 auf Rang zwei schnellte die US-amerikanische Star-Fotografin Nan Goldin hoch. Sie gehört zur Speerspitze der Protestbewegung gegen die milliardenschwere Pharmaunternehmer-Familie Sackler. Diese unterstützt Museen weltweit, ist aber wegen der Herstellung eines stark abhängig machenden Schmerzmittels in Verruf geraten. Platz drei geht an die Schweizer Galeristen Iwan & Manuela Wirth, die seit Jahren in den «Power 100» zu den wichtigsten Playern der weltweiten Kunstszene gehören.

Vorschusslorbeeren bekam das indonesische Künstlerkollektiv ruangrupa, das die Kasseler documenta im Jahr 2022 kuratiert. Ruangrupa schaffte es aus dem Stand auf Platz zehn. Die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe, die 2018 auf Platz drei stand, stürzte dagegen auf Rang 21 ab.

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