Andreas Gabalier in Münster
Zwölfender-Hirsch und Zuckerpuppen

Münster - Wenn der "Zwölfender-Hirsch" auf "Zuckerpuppen" trifft, ist Andreas Gabalier am Werk. Am Sonntagabend spielte der "Volks-Rock'n'Roller, der auf seine ganz eigene Art österreischische Volksmusik mit purem Rock vermengt, ein Konzert in der Halle Münsterland. Und das geriet zu einer umjubelten Party.

Montag, 21.10.2013, 15:10 Uhr

Andreas Gabalier in der Halle Münsterland.
Andreas Gabalier in der Halle Münsterland. Foto: Gunnar A. Pier

Wer sagt eigentlich, was Volksmusik ist? Was Schlager, was Rock, was Pop? Andreas Gabalier zeigt, dass man alles gleichzeitig machen kann. Munter bedient er sich bei den Klischees dieser musikalischen Genres, mischt das Akkordeon von der Alm mit der Slide-Gitarre aus dem Wilden Westen. Heraus kommt etwas ganz Typisches, er nennt es „Volks-Rock‘n‘Roll“. Am Sonntagabend machte der Österreicher damit in der Halle Münsterland dem Münster-Tatort Konkurrenz – und provozierte Begeisterungsstürme, die die Halle selten erlebt hat.

Die Fans hatten die Dirndl und Janker, die sie letztens noch bei den Oktoberfesten in münsterländischen Festzelten getragen hatten, noch nicht in den Schrank mit der Übergangskleidung gehängt. Am Sonntag führten sie ihre Trachten noch einmal vor. Ja, man geht im passenden Dress zum Konzert.

Andreas Gabalier in Münster

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Denn die Heimat in den  Bergen ist ein konsequent durchlaufendes Motiv bei Andreas Gabalier. Wenn auch die Musik wechselt zwischen krachendem Pop, rotzigem Rock und allenfalls angedeuteter Folklore: Über allem schwebt ein Hauch von steirischer Provinz. Gerne erzählt der 28-Jährige von der „lieben Mama“ und der zauberhaften „Oma-ma“. Er schwärmt von den Bergen und seiner Familie. Deshalb heißen die Lieder „Vergiss die Heimat nie“ oder „Daham bin i nur bei di“. Das alles vermengt er mit amerikanischen Klischees – und schon singt er auch von „ Zuckerpuppen “ und „Home sweet Home“.

Damit würde er freilich im Einerlei der Volkmusik-Sendungen untergehen, wenn er nicht musikalisch so viel Spaß machen würde. Schunkeln ist schwierig, da wird getanzt und gerockt. Seine Band funktioniert ausgezeichnet, die Gitarrensoli begeistern ebenso wie das druckvolle Schlagzeug. Da kann sich so manche Rockband eine Scheibe abschneiden. Wer war noch mal Bon Jovi ?

Trotzdem wagt Gabalier auch die ruhigen Töne und begleitet sich bei einigen Balladen selbst mit Klavier oder Gitarre. Dann kommt auch seine Stimme zur Geltung, die ansonsten ein wenig untergeht.

Gleich zweimal singt er seinen Hit „I sing a Liad für di“. Die Fans feiern ihn begeistert und tanzen. Mit ihren Dirndln und Jankern.

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