Musik
Ingrid Michaelson: Drama, Pop und Traurigkeit

Berlin (dpa) - Erinnert sich noch jemand an MySpace? Das war einmal vor YouTube für einige Musiker das Sprungbrett zur Karriere. Eine von ihnen war auch Ingrid Michaelson, die mit «Lights Out» jetzt ihr neues Album vorgelegt hat - gewohnt fluffig und mit vielen nachdenklichen Momenten.

Freitag, 20.06.2014, 08:45 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 20.06.2014, 08:45 Uhr

Eigentlich hatte die Singer-Songwriterin aus New York zunächst an eine Schauspielkarriere gedacht, schließlich ist sie aber bei der Musik gelandet. Ganz unvorbelastet ging sie nicht an den Start: Ihre Mutter ist Bildhauerin, ihr Vater ein Komponist: «Das musische Denken war in unserer Familie sehr willkommen», meint Michaelson . «Ich hörte schon als Kind viel Musik, schaute alte Filme und Musicals.»

Das findet auch durchaus seinen Widerhall auf «Lights Out». In der rührend-klagenden Endzeit-Ballade «Handsome Hands» bahnt sich eine Italo-Western-Trompete ihren Weg durch einen gewaltigen Chor. Der Hang zum Drama ist Ingrid Michaelson nicht fremd, die dann schließlich doch noch beim Film gelandet ist, denn viele ihrer unaufdringlichen Songs gehören immer wieder zum Soundtrack von Fernsehserien, Kinofilmen und Werbekampagnen. Ihr Lied «Everybody» aus einer Diätmittel-Werbung mit rennenden oder krauchenden Möpsen dürfte wohl jeder schon mal gehört haben.

Die 34-Jährige mit der kristallinen Stimme hat ihre Songs auf «Lights Out» in den verschiedensten Ecken der Pop-Welt angesiedelt und sich dafür die Mitarbeit unterschiedlichster Produzenten, Koautoren und Duett-Partner gesichert. Hier probiert sich jemand neu aus und hat Lust auf Experimente.

Das treibende «Warpath» oszilliert zwischen Rock und R&B, in der leichtgewichtigen Pop-Nummer «Girls Chase Boys » handelt sie ihr favorisiertes Thema - die Liebe - ab. Schwer getrommelt wird auf «You Got Me». Die «Time Machine» saust mit Warpgeschwindigkeit durch den Michaelson-Kosmos. «One Night Town» beschallt den Dancefloor. Reichlich Pathos gibt es zwischen Cello und Piano in der Abschieds-Ballade «Open Hands».

Ein leicht melancholischer Ton durchzog schon immer den feundlichen Folk-Pop von Ingrid Michaelson. Auf «Lights Out» hat sie diesen Ton noch einmal verstärkt. Mit einer Menge wunderschön-trauriger, bittersüßer Balladen wie «Wonderful Unknown» zeigt Michaelson, die zuletzt eine Menge gesundheitlicher Probleme hatte, ihre sehr verletzliche Seite.

Letztlich ist die Welt der Sängerin aber positiv gestimmt. «Es ist ein Song, der das Leben feiert», sagt sie über das äußerst schwungvolle Lied «Afterlife». «Es handelt davon, jegliche Dunkelheit aus deinem Herzen zu verbannen und den Entschluss zu fassen, in der Gegenwart zu leben.»

Wer tanzen will, der tanze, wer traurig sein möchte, der kann auch das mit «Lights Out», ein Album, das in seinem ganzen Abwechslungsreichtum immer auf schöne Melodien setzt.

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