Musik
Foo Fighters: Reise durch Amerika

Stuttgart (dpa) - Wenn Dave Grohl über das neue Album der Foo Fighters spricht, verfällt er in Superlative. «Es ist das Größte, was wir je gemacht haben», sagt der Frontmann und Ex-Nirvana-Drummer über das, was er und seine Bandkollegen in den vergangenen zwei Jahren still und heimlich gemacht haben.

Donnerstag, 06.11.2014, 17:11 Uhr

«Sonic Highways» ist ein Album mit Konzept: Aufgenommen in verschiedenen US-Städten soll es ein «Liebesbrief an die amerikanische Musikgeschichte» sein. Ein ambitioniertes Projekt, das in einer gleichnamigen TV-Serie dokumentiert wird.

Um die Songs zu schreiben und aufzunehmen, quartierten sich die Rockmusiker für jeweils eine Woche in einer von acht ausgewählten Städten ein. Sie besuchten Musikhochburgen wie Chicago , Nashville und New Orleans, wo Grohl Musiker wie Country-Sängerin Dolly Parton oder Produzenten wie Don Zientara traf, um gemeinsam mit ihnen die Musikgeschichte des jeweiligen Ortes zu rekonstruieren.

Die Gespräche bilden die Grundlage für die Texte der acht neuen Foo-Fighters-Songs: Der Mix aus Zitaten und Paraphrasen macht es allerdings nicht unbedingt leicht zu erfassen, worum es geht - geschweige denn herauszuhören, welcher Stadt der jeweilige Song gewidmet ist. Im energisch-punkigen «The Feast and the Famine» singt Grohl etwa vom Geräusch der Trommeln, vom Sommer und von einer Revolution.

Diese Codes lösen sich erst auf, wenn man die in Washington D.C. gedrehte Episode der TV-Serie sieht. Darin trommeln Jugendliche auf der Straße vor der südafrikanischen Botschaft. Die Aktivisten sind Musiker aus der lokalen Szene, darunter Grohl, die lautstark gegen die Apartheid protestieren.

Grohl will mit «Sonic Highways» Geschichten erzählen - daran hat er spätestens Gefallen gefunden, seit er 2013 unter eigener Regie den Film «Sound City» produzierte. Doch nach 20 Jahren Bandgeschichte ging es ihm in dem Projekt auch darum, die Band herauszufordern, statt mit einer fertigen Platte aus dem Studio zu kommen und auf Tour zu gehen. «Nur so ist sicher, dass wir weiterhin lieben, was wir tun, und begeistert sind von unserer Musik.»

Vergisst man also mal die Geschichten, die Serie und das Konzept, dann ist «Sonic Highways» ein Foo-Fighters-Album, das zwar wohlüberlegt, strukturiert und erwachsen klingt. Aber es ist eben ein Foo-Fighters-Album: Mit dem ersten Song «Something From Nothing» startet es vergleichsweise ruhig, spätestens aber ab der vierten Minute ist die gewohnte Härte erreicht. In «What Did I Do?/God As My Witness» überrascht die Band mit sanftem Piano-Einstieg und einem Bruch, der das Lied dem Titel gemäß in zwei Stücke teilt. «I Am A River» setzt als längstes Lied am Ende einen orchestralen Schluss.

Auf ihrer Reise durch Amerika sind die Foo Fighters nicht zu Jazzern in Chicago geworden und auch nicht dem Country aus Nashville verfallen. Grohl sagt: «Das Allerwichtigste war, dass es ein großartiges Foo-Fighters-Album wird.»

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