Musik
Father John Misty: Durchbruch mit Orchester-Pop

Berlin (dpa) - Der Auftritt in David Lettermans «Late Show» als Balladen-Sänger vor großem Orchester deutete Ende vorigen Jahres schon an, dass Father John Misty 2015 der Durchbruch gelingen dürfte. Sein zweites großzügig produziertes Album wird jetzt dafür sorgen.

Montag, 09.02.2015, 13:57 Uhr

WER?

Father John Misty , mit bürgerlichem Namen Josh Tillman , ist ein 33-jähriger Indie-Folk-Songwriter aus dem US-Staat Maryland . Über Kenner-Kreise hinaus bekannt wurde er als Schlagzeuger und Harmony-Sänger der Fleet Foxes, die er nach dem zweiten erfolgreichen Album «Helplessness Blues» 2012 verließ. Ein mutiger Schritt angesichts der Neo-Folk-Welle, die unter anderem von jener Band losgetreten wurde. Tillman ist nicht nur ein risikobereiter, sondern auch ein sehr fleißiger Musiker: In zehn Jahren veröffentlichte er neun Studioalben - oft aber nur in winzigen Auflagen. Mit «Fear Fun» gelang ihm vor drei Jahren ein bereits hochgelobter Achtungserfolg.

WIE?

«I Love You, Honeybear» (Bella Union/Pias/Cooperative) heißt nun die opulent arrangierte neue Platte von Father John Misty. Unter der Regie des angesagten US-Produzenten Jonathan Wilson wurde bei den Aufnahmen in Los Angeles an nichts gespart: seidenweiche Streicher, jazzige oder auch an Mariachi-Bands erinnernde Bläser, satt ploppende Kontrabässe, psychedelische Gitarren-Soli, Anklänge an den Westcoast-Sound der 70er, herrliche Klavierballaden - und über alldem der volltönende Tenor des sich selbst übertreffenden Crooners Tillman, der in elf Liedern autobiografisch angehauchte Lebens- und Liebesdramen ausbreitet. Denn «...Honeybear» sei «ein Konzeptalbum über einen Burschen namens Josh Tillman, der viel Zeit darauf verwendet, mit dem Kopf gegen Mauern zu rennen», sagt der Musiker.

FÜR WEN?

Verehrer von Elton John - demjenigen der phänomenalen Album-Serie «Tumbleweed Connection» (1971) bis «Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy» (1975) - werden nicht nur bei Father John Mistys Letterman-TV-Song «Bored In The USA» selig sein. Auch Fans der Elton-Epigonen Rufus Wainwright, John Grant oder Badly Drawn Boy finden hier viel Schönes. Und wer die plüschigen 70er-Jahre-Epen von Randy Newman und Harry Nilsson mag, darf ebenfalls die Ohren spitzen. Aber wie gesagt: Ein Faible für üppigst produzierte und polierte Singer/Songwriter-Alben sollte der werte Hörer schon haben.

Konzerte im März: 7.3. Berlin, Heimathafen Neukölln; 8.3. Hamburg, Nochtspeicher

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