Musik
Coeur de Pirate hat den großen Pop für sich entdeckt

Berlin (dpa) - Mit ihrem Charme, ihrer Jungmädchenstimme und schönen Melodien hat sich Béatrice Martin aka Coeur de Pirate mit ihrem Piano nach oben gespielt. Aber bereits auf ihrem zweiten Album «Blonde» (2011) hat das Mädchen aus Québec gezeigt, dass sie nicht so leicht auszurechnen ist.

Freitag, 16.10.2015, 14:10 Uhr

Musik : Coeur de Pirate hat den großen Pop für sich entdeckt
Foto: dpa

Auf ihrem Debüt (2008) mag sie noch als sentimentale Freibeuterin durchgegangen sein, aber schon auf «Blonde» hat sie hin und wieder ein paar Hammerdrums eingeschoben, um die Melancholie zu vertreiben. Seitdem hat die Kanadierin zwei weitere Alben aufgenommen, die ganz neue Facetten offenbarten.

Auf «Child Of Light» (2014), den Soundtrack für ein Videospiel , präsentierte sie sich irgendwo zwischen dem wunderbaren Klassik-Softie Ludovico Einaudi und dem Filmkomponisten und Tim-Burton-Spezi Danny Elfman («Edward mit den Scherenhänden») - zauberhaft und leicht verdaulich.

Auf «Trauma», dem Soundtrack zur gleichnamigen kanadischen Hit-Serie, hat sie die Rolling Stones , The Libertines oder auch Amy Winehouse gecovert. Ein Album, komplett auf Englisch eingesungen, auf dem Coeur de Pirate zeigt, das ihr Stimme ausdrucksstärker als vielleicht gedacht ist. Die Lady hat echt Soul.

France Gall, Françoise Hardy, Jacques Brel oder Barbara sind die Vorbilder von Béatrice Martin, aber eben auch die Stones oder Amy Winehouse. Auf ihrem neuen Album «Roses» kommt nun alles zusammen, was Coeur de Pirate bisher ausgemacht hat. Und diesmal singt sie auf Englisch und Französisch - und ist dabei - natürlich - immer charmant.

Das Klavier bleibt zwar das dominante Instrument bei Coeur de Pirate, aber auf «Roses» macht sie einen großen Schritt Richtung Pop und Tanzbarkeit.

Das große Thema bei Coeur de Pirate ist nach wie vor die Liebe in all ihren Schattierungen: «Und wenn die Erde düster ist/Und wenn der Regen dich durchnässt/Dann erzähl mir doch, dass wir zusammen zittern können», singt sie ergriffen in «Crier tout bas».

Und was hat sich verändert? Mehr Bass, mehr Keyboardflächen, mehr Rhythmus, mehr Synthesizer und allgemein ein Zug ins Große. Zudem kommen auch so exotische Instrumente wie ein Marxophon (eine Art Zither) zum Einsatz, die in der neuen Eingängigkeit aber keineswegs sperrig klingen.

Dabei ist auf «Roses» die YéYé-Generation der 60er Jahre nicht mehr so gegenwärtig wie auf ihren ersten Alben, was vielleicht mancher bedauern mag. Dafür wird auf «I Don't Want To Break Your Heart» auch schon mal gerappt - Allan Kingdom hat den Part übernommen. Und über welche Ausdruckskraft Coeur de Pirate verfügt, wird in der kräftigen Soul-Nummer «Our Love» deutlich, bei der eindeutig Amy Winehouse Patin war. Reichlich Geigen gibt es in «Cast Away».

Die Rosen, die Coeur de Pirate auf «Roses» im Angebot hat, tragen die buntesten Farben - und manchmal piksen sie auch.

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