Nachruf auf Prince
Funk-Stille

Münster -

Die Welt trauert um Prince. Vom Popstar der 80er und 90er Jahre bis zum schleichenden Abstieg. Nachruf auf einen der größten Musiker, dem der Karriereabschluss nicht vergönnt war.

Freitag, 22.04.2016, 18:04 Uhr

Trauer um Prince: Foto von Lynn Goldsmith in der National Portrait Gallery in Washington.
Trauer um Prince: Foto von Lynn Goldsmith in der National Portrait Gallery in Washington. Foto: dpa

Kleiner Mann, ganz groß: 158 Zentimeter geballte Energie. Wäre der Titel „Mr. Hunderttausend Volt“ nicht bereits an Gilbert Becaud vergeben, er hätte zu Prince gepasst wie seine enganliegenden (gern lilafarbenen) Bühnenkostüme.

Keiner verkörperte den Begriff Laszivität so perfekt wie der vor 57 Jahren geborene Allroundkünstler. Ob phallusartige Gitarre, Auflehnung gegen jegliche Form der Prüderie oder Gespielinnen, die sich in seinem Namen sonnen konnten: Prince war ein Sexsymbol. Ein exzentrischer Star. Einer der größten in den 80er und 90er Jahren.

Prince - Sein Leben in Bildern

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  • Prince wurde am 7. Juni 1958 in Minneapolis, Minnesota geboren. Der US-amerikanische Sänger, Komponist, Songwriter, Produzent war in den 80er und 90er Jahren einer der größten Stars der Musikbranche.

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  • In den vergangenen Jahren ist es stiller um den Star geworden. Nach dem Bruch mit der Plattenindustrie, seiner Reinkarnation als "The Artist formerly known as Prince" (kurz: TAFKAP) hat er nie mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen können.

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  • Farbenfrohe Auftritte: Prince arbeitete bei seinen Konzerten viel mit Licht und Technik. In Anlehnung an einen seiner größten Hits ("Purple Rain") war seine Lieblingsfarbe oft Lila. 

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  • Prince gründete im Laufe seiner Karriere mehrere Bands, mit denen er auftrat: The Revolution, The New Power Generation etc.

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  • Begnadeter Performer: Prince verstand es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

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  • Lieder wie "Kiss", "When Doves Cry", "Get Off", "Purple Rain", "Sign o' the Times" sind einzigartig und stilprägend.

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  • Erfolgreich: Prince gewann nicht nur mehrere Grammy Awards, sondern auch einen Oscar für sein Album und den Film "Purple Rain".

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  • 1993 schrieb er sich "Slave" auf die Wange und rebellierte gegen die Musikindustrie.

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  • Ein Meister des Funks und des Falsetts und ein Sexsymbol.

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  • Die Welt trauert um einen der größten Popstars.

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  • Kleiner Mann, ganz groß: 2007 stand er während der Halbzeitpause des Superbowls noch einmal im Rampenlicht.

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  • 158 Zentimeter geballte Energie. Wäre der Titel "Mr. Hundertausend Volt" nicht bereits an Gilbert Becaud vergeben, Prince hätte ihn verdient.

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  • Prince gelangen Meilensteine des Pop wie "Dirty Mind", "1999", "Purple Rain" und vor allem "Sign o' the Times".

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  • Von 2001 bis 2004 vermarktete Prince seine Songs selbst online ohne ein Musiklabel.

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  • Prince schrieb nicht nur Songs für sich selbst, sondern auch für andere. Vor allem Sinead O'Connor wurde mit "Nothing Compares 2 U" berühmt.

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  • Prince hatte in den 80er und 90er Jahren viele Fans. Ende der 90er Jahre geriet er aber nach und nach in Vergessenheit. Der Glamour der vergangenen Tage fehlt.

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  • Das Album "Musicology" erschien 2004. Auch wenn es nicht an seine Großtaten anknüpfen kann, bewies er einmal mehr, dass ein begnadeter Musiker war.

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  • Seinen Platz in der Königsklasse der Musik hat Prince mehr als nur verdient.

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Viele Medien beschreiben ihn als Popchamäleon. Aber ein Chamäleon passt sich seiner Gegend an: Prince hat das nie getan. Im Gegenteil: Er legte sich musikalisch nicht fest. Ein Meister des Funks und Falsetts: Seine Mischung aus Soul, Jazz und Pop bleibt einzigartig und für immer prägend.

Und er liebte Kontroversen: Mit dem Musikbusiness legte er sich an, weil er sich als Sklave seiner Plattenfirma empfand. 1993 prangte die Aufschrift „Slave“ wie ein Brandmal auf der Wange. Konsequenterweise nannte er sich nicht mehr Prince, sondern fortan „The Artist formerly known as Prince“ (kurz TAFKAP). Während seine Alben daraufhin ein sogenanntes Liebes-Symbol zierten: eine Mischung aus Männlichkeits- und Weiblichkeitssymbol. Androgynität war nur eines der Stilmittel, mit dem er spielte.

Oft wurde er in einem Atemzug mit Michael Jackson genannt – tatsächlich haben die beiden fast nur eines gemein: den Karriereknick. Bei Prince setzt er Ende der 90er Jahre ein. Auch wenn es keinen Zusammenhang mit seinem Beitritt zu den „ Zeugen Jehovas “ geben mag, große Hits wie „Purple Rain“, „Kiss“ oder „Nothing Compares 2 U“ gelangen ihm seitdem nicht mehr. Das eine oder andere Werk (wie „Musicology“) lässt zwar aufhorchen. Aber der Glamour vergangener Tage fehlte.

Die Toten des Jahres 2016

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  • Foto: dpa, Montage: gap
  • Roger Cicero (6.7.1970 - 24.3.2016) Nachruf

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  • Götz George (23.7.1938 - 19.6.2016) Nachruf

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  • Hans-Dietrich Genscher (21.3.1927 - 31.3.2016) Nachruf

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  • Guido Westerwelle (27.12.1961 - 18.03.2016) Nachruf

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  • Uwe Friedrichsen (27.5.1934 - 30.4.2016)

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  • Muhammad Ali (17.1.1942 - 3.6.2016)

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  • Rudi Altig (18.3.1937 - 11.6.2016)

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  • Roger Willemsen (15.8.1955 - 7.2.2016) Nachruf

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  • Peter Behrens (4.9.1947 - 11.5.2016)

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  • Margot Honecker (17.4.1927 - 6.5.2016)

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  • Prince (7.6.1958 - 21.4.2016) Nachruf

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  • Achim Mentzel (15.7.1946 - 4.1.2016)

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  • Wolfgang Michael „Wölli“ Rohde (9.1.1950 - 25.4.2016)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Rupert Neudeck (14.5.1939 - 31.5.2016)

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  • David Bowie (8.1.1947 - 10.1.2016) Nachruf

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  • Hendrikje Fitz (15.9.1961 - 7.4.2016)

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  • Erika Berger (13.8.1939 - 15.5.2016)

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  • Bud Spencer (31.10.1929 - 27.6.2016)

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  • Karl-Heinz von Hassel (8.2.1939 - 19.4.2016)

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  • Tamme Hanken - (16.05.1960 - 10.10.2016)

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  • Shimon Peres - 2.8.1923 - 28.9.2016)

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  • Miriam Pielhau (12.5.1975 - 12.7.2016)

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  • Dario Fo (24.3.1926 - 13.10.2016)

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  • König Bhumibol Adulyadej von Thailand (5.12.1927 - 13.10.2016)

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  • Manfred Krug (8.2.1937 - 21.10.2016) Nachruf

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  • Leonard Cohen (21.9.1934 - 10.11.2016)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Peter Hintze (25.4.1950 - 26.11.2016)

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  • Zsa Zsa Gabor (6.2.1917 - 18.12.2016)

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  • Fidel Castro (13.8.1926/1927 - 25.11.2016)

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  • George Michael (25.6.1963 - 25.12.2016) Nachruf

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  • Richard John ("Rick") Parfitt (12.10.1948 - 24.12.2016) Nachruf

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  • Carrie Fisher (21.10.1956 - 27.12.2016) Nachruf

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2007 stellt Prince in der Halbzeitpause des Superbowls noch einmal seine Stärke als Performer und Live­musiker unter Beweis. Es war ein letztes großes Aufbäumen. Richtig ins Rampenlicht rückte er nie wieder. Und so bleibt Prince versagt, was David Bowie noch gelang: ein würdiges Abschiedsalbum.

Natürlich sind Alben wie „Dirty Mind“, „1999“ und „Purple Rain“ aus dem Pop-Olymp nicht wegzudenken. „Sign o‘ the Times“ steht dort musikalisch mit Michael Jacksons „Thriller“ mindestens auf einer Höhe. Seinen Platz in der Königsklasse der Musik hat Prince deshalb mehr als nur verdient.

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